"If I can make a forecast, the Wal-Mart of China is actually going to be an online company."
Nichts bringt die Dimension besser zum Ausdruck, die die weltweite E-Commerce-Euphorie in den letzten Jahren erreicht hat, wie dieses Zitat von "Super-Investor" Yuri Milner.
Speziell für Schwellenländer wie Brasilien oder China ist zu erwarten, dass die Online-Pure-Player den Einzelhandel dominieren. In den Industrienationen dürfte Ähnliches passieren, nur wird es ein bisschen länger dauern.
Immer zum Wochenende bringen wir die neuesten E-Commerce-Jobs sowie die Top-Arbeitgeber für den Online-Handel, wachstumsstarke Unternehmen, die ständig auf der Suche sind nach guten Leuten:
Online-Händler und E-Commerce-Unternehmen, die Topleute suchen und/oder sich bei uns als Top-Arbeitgeber präsentieren wollen, wenden sich bitte an Nadine Schmitt jobs@excitingcommerce.de
Ideen, Wünsche und Anregungen für unsere Job-Rubrik sind jederzeit herzlich willkommen.
Nur fragt man sich spätestens seit der Tiefpreis-Strategie ("Media Markt und die Panik vor der Preistransparenz"), warum das Online-/Photo-Handy-Verbot in den Media-Märkten noch gilt?
Wirklich nur, damit man die Warteschlangen an den Abholstationennicht sehen kann?
Für ecomPunk Roman Zenner ist die verfehlte In-Store-Online-Politik der Aufreger der Woche:
"There is bound to be a certain number of people using their mobile phones to research prices online. Deal with it, this is 2012, and as stated above, people are not stupid.
Again, rather than being arseholes about this, embrace the opportunity of a potential customer being right there in your store and convert him! Why not provide free internet access and some nice tablets to allow price comparison right on the spot?
If you cannot beat the prices of price comparison pages – which you could because you’re European biggest bloody electronics retailer – make a deal with those sites and get some money with some affiliate deals.
Even better, come up with a clever way of upselling the customer. Or get a full-breasted sales assistant to join him for a cup of coffee when he buys the thing right there right then – be creative!"
"Seit Magento von eBay gekapert worden ist (und damit die OS-Zukunft für mich unsicher geworden ist), sind Alternativen sehr willkommen." Mit derlei Kommentaren muss Magento mittlerweile leben.
Magento zählte 2011 sicherlich zu den Absteigern im E-Commerce (siehe auch Ist X.Commerce der Anfang oder das Ende von Magento?) - und zwar weniger im Lager der Händler, auf die sich Magento (mit Magento Go, X.Commerce & Co) unter Ebay spezialisiert hat, sondern bei innovativen E-Commerce-Startups, die bei ihren Shoppinglösungen inzwischen lieber wieder auf Eigenentwicklungen setzen anstatt sich auf ein "gekapertes" Magento einzulassen.
Wir sind gespannt, wer die Lücke füllt, die Magento im Innovationsbereich hinterlässt (siehe Exciting Commerce Stars 2009) - und dem Markt Softwarelösungen bietet für vielfältigere Shoppingkonzepte als dies Shopsysteme herkömmlicher Prägung vermögen:
Die nächste Generation des E-Commerce braucht universeller verwendbare Shopping-Engines, die sich für mehr eignen als nur für den x-ten x-beliebigen Online-"Shop"
Außerdem besteht ein zunehmender Bedarf an Marktplatzlösungen. Für den deutschen Markt bietet Avocado seine eigens entwickelte Marktplatz-Software inzwischen auch in Lizenz an
In der Szene ließ zuletzt vor allem Shopware mit seinem Enlight-Framework aufhorchen - und wird als einer der Innovationstreiber auf der Exceed Konferenz Einblicke in seine Produktstrategie für die Version 4.0 (und darüberhinaus) geben.
Wer arbeitet noch an spannenden E-Commerce-Lösungen für die nächste Generation?
"House Party, Inc., a leading social media company that combines digital media and word-of-mouth marketing with brand-inspired, in-home events, today announced it has raised $5.3 Million in Series C funding. The latest round of funding was led by New York-based Acadia Woods Partners, LLC.
House Party puts brands into the hands, homes and conversations of consumer brand advocates through its passionate member-based community, proprietary digital platform and authentic, memorable in-home events. The funding will be used to accelerate growth of the business, including investments in key sales and marketing initiatives and strategic new hires.
“We are rapidly expanding the House Party offering and this funding will help us continue building the momentum we’ve seen over the past year,” said House Party CEO Chris Maher."
Insgesamt hat House Party bisher rund 8 Mio. Dollar Kapital eingesammelt. Gastgeber bekommen gesponserte Partypacks für unterschiedlichste Anlässe und können sich überdies im Shop eindecken.
Inzwischen arbeiten auch hierzulande einige Gründerteams an neuen Party-Konzepten, und natürlich wollen wir die Spannendsten davon auf der Exceed 2012 vorstellen.
Man kann nur hoffen, dass all die Copykätzchen auch ihr Lean Startup ("How Constant Innovation Creates Radically Successful Businesses") gelesen haben, an dem sich Fab.com und andere Innovationstreiber momentan orientieren. Dort schreibt Eric Ries allen Möchtegern-Gründern/VCs hinter die Ohren:
"Startups are designed to confront situations of extreme uncertainty. To open an new business that is an exact clone of an existing business all the way down to the business model, pricing, target customer, and product may be an attractive economic investment, but it is not a startup because its success depends only on execution - so much so that this success can be modeled with high accuracy."
Die deutsche Gründerszene setzt weiter auf Managertugenden, wo Unternehmertugenden gefragt wären. Schön dazu auch thoughton's thoughts ("You are too serious - Or why Germany still sucks for startups")
Mit der Exceed 2012 wollen wir dem "Deutschland ohne Ideen" bewusst etwas entgegensetzen und freuen uns über neuartige und einzigartige E-Commerce-Initiativen aus deutschen Landen.
Daneben gibt es auch diesmal wieder spannende Impulsvorträge, mit denen uns kreative Köpfe und unabhängige Experten auf andere Gedanken bringen sollen.
Nachdem wir den Fokus die letzten Male auf den viralen Faktor gelegt hatten, stehen die Denkanstöße diesmal unter dem Motto "Make it social, make it fast(er)!" - mit anregenden Impulsen u.a. von:
Andreas Bersch (Futurebiz/Berliner Brandung) zu Social Filtering ("Wie der Open Graph den Webshop befruchten kann")
Lars Jankowfsky (Oxid-Gründer/Swoodoo-Gründer/Kayak) zu Agiler Projekt-Entwicklung
Die Exceed-Konferenz will Leistungsschau, Sprungbrett und Innovationsforum für neue Geschäftsideen und Businessmodelle im E-Commerce sein. Wir freuen uns über Startups mit hohem Exceed-Faktor.
Solange wir die Details zum Programm noch nicht veröffentlicht haben, sind Anmeldungen weiter stark vergünstigt möglich. Wir erwarten diesmal gut 500 Teilnehmer(innen) aus allen E-Commerce-Bereichen.
In den kommenden Wochen stehen wieder eine ganze Reihe von E-Commerce-Veranstaltungen auf dem Programm.
Die Konferenzsaison beginnt für Exciting Commerce am 4. Februar mit einer Keynote zu den "Zukunftsperspektiven für den E-Commerce" auf dem 5. plentyMarket Online-Händler Kongress 2012 in Kassel.
Hier alle weiteren Veranstaltungen mit Exciting Commerce Beteiligung:
Wer jetzt schon für den Herbst vorplanen will: Die K5, unsere Wachstumskonferenz für die Top 500 Händler, ist 2012 die erste E-Commerce-Konferenz im Herbst. Sie findet am 20./21.9. in München statt (diesmal mit Shop-Usability-Award und weiteren Neuerungen). Online-aktive Händler können sie gut mit der dmexco kombinieren, die für den 12./13.9. in Köln angesetzt ist.
Über Hinweise auf weitere Veranstaltungen freuen wir uns in den Kommentaren
Auch Hollywood schwimmt inzwischen auf der E-Commerce-Welle. Nachdem die Investoren von Accel Partners bei Shoedazzle nicht zum Zug gekommen sind, haben sie nun - nach Birchbox - auch bei Beachmint zugeschlagen und zusammen mit anderen weitere 35 Mio. Dollar in Beachmints wachsende Zahl von Abo-Seiten investiert:
"Today the company is announcing that it’s raised a $35 million funding round with some big-name investors: the round is being led by Accel Partners, with participation from Goldman Sachs, New World Ventures, NYC-based and Millennium Technology Value Partners, with existing investors participating as well. This brings BeachMint’s total funding to a whopping $75 million.
BeachMint, which was founded by MySpace cofounder Josh Berman and Diego Berdakin, has made an art out of launching celebrity-endorsed monthly subscription sites for a variety of verticals, using a model very similar to ShoeDazzle, which launched in 2009.
BeachMint launched its first vertical, JewelMint, in October 2010, pairing actress Kate Bosworth with her stylist Cher Coulter. JewelMint proved a success, and the company launched its second vertical, StyleMint, in July 2011 — this time backed by Mary-Kate Olsen and Ashley Olsen, who design exclusive T-shirts for the site.
Since then, it’s been a stream of rapid-fire launches: BeautyMint launched in November 2011 with Jessica Simpson on board, and ShoeMint launched a few weeks later with Rachel Bilson, Nicole Chavez, and Steve Madden attached. And two more ‘Mints’ will be launching in the next two months.
In addition to launching more verticals and expanding internationally, Berman says that BeachMint will also be holding more online events similar to the Cyber Monday stream it held on Facebook last November.
He says the event was very successful, and that ultimately the company hopes to use these sorts of streams to create a new at-home shopping experience — one that takes the QVC experience on television, and brings it to the web."
Ob es sich bei den Abomodellen von Beachmint & Co. um Exciting oder um Weird Commerce handelt, muss sich erst noch erweisen. Bemerkenswert ist momentan vor allem, wieviel Geld in den vergangenen Monaten in die Konzepte aus Hollywood geflossen ist. Spannender als das Abomodell ist im Grunde, wie hier exklusive Produktlinien promotet werden.
"Today, we’re proud to announce that Recurly raised $6 Million in a Series A round of investment to grow our company well into the future. We’d like to thank our new investors from BV Capital for sharing our enthusiasm for our business.
In addition to BV Capital, our existing investors: Polaris Venture Partners, Harrison Metal Capital and FreeStyle Capital all joined in to help us continue in building a great company."
Mit BV Capital fährt die in Personalunion betriebene Investmentkooperative in den USA einen deutlich progressiveren Kurs als mit eVenture Capital in Europa, wo die letzten Neuzugänge MyDeco, Farfetch und Vicampo hießen. Entsprechend spannender ist dort auch das Portfolio.
Während sich viele deutschstämmige Investoren schwer tun, auch international zum Zug zu kommen, ist BV Capital einer der wenigen, die auch über ein starkes, internationales Netzwerk verfügen.
Bei den Live Shopping Days 2011 hatten wir uns mit Geschäftsführer und General Partner Andreas Haug über die Investmentstrategie und die internationalen Perspektiven unterhalten. Bei der Exceed 2012 freuen wir uns zum Thema VC-Finanzierungen im E-Commerce u.a. auf die Einschätzungen von Andreas Schlenker von Partech International.
Als erster der großen Online-Elektronikversender hat Cyberport seine finalen Umsatzzahlen für 2011 veröffentlicht. Demnach hat die Burdatochter ihren Jahresumsatz 2011 um 95 Mio. Euro auf 363,6 Mio. Euro (+35 %) steigern können:
Bei der Umsatzentwicklung profitierte Cyberport, das auch fünf stationäre Niederlassungen betreibt, vor allem von der starken Online-Entwicklung, wie Geschäftsführer Olaf Siegel berichtet:
„Das erste Quartal war noch zäh, aber seit Mitte des Jahres hat sich das Geschäft sehr positiv entwickelt.“ Trotz dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld habe es konjunkturbedingt keinen Einbruch gegeben. „Zudem beobachten wir, dass die Verlagerung von Retail zu Etail immer schneller vorangeht“, so Siegel.
Von den anderen Versendern gibt es bisher nur Prognosen. Notebooksbilliger wollte 2011 die 500-Mio.-Euro-Marke knacken - und HTM/Getgoods, das sich 2011 mit HOH Home of Hardware verstärkt hat, hat eine Umsatzverdoppelung von 163 Mio. Euro auf mehr als 300 Mio. Euro angekündigt.
Wie das Bundeskartellamt (für den 16.1.2012) meldet, will Rocket Internet beim Schmuckhändler 21Diamonds einsteigen, einem Holtzbrinck-Startup, das bis zum Jahreswechsel noch unter Les Facettes firmiert hat.
Ungewöhnlich daran: Haben bisher immer die Samwers gecastet und Holtzbrinck hinzugenommen (vgl. Zalando, Home24/FP Commerce, Glossybox, etc.), so scheint es diesmal andersherum zu sein. Im Fall von 21Diamonds reichen die internationalen Vorbilder von Gemvara bis Bluenile. Den aktivierten Domains zufolge will 21Diamonds nun offenbar europaweit durchstarten.
Im Grunde ist es peinlich, dass Gründer mit derlei vergleichsweise banalen E-Commerce-Konzepten heute überhaupt noch antreten können. Aber solange sich Christ & Co. im Multi-Channel-Allerlei verzetteln (siehe das Online-Schlamassel von Douglas), liegt der Online-Schmuckmarkt brach. Damit bleibt die Bahn frei für ambitionierte Neustarter, die den Online-Markt gezielt besetzen wollen.
Im Vergleich zu 21Diamonds weniger Glück hatte Holtzbrinck zuletzt mit Miosato, das vor einigen Wochen erst still und heimlich aus der Portfolio-Übersicht verschwunden ist und nun die obligatorische Aus-Meldung von Deutsche Startups bekommen hat. (Exciting Commerce berichtet über derlei "Startups" erst gar nicht mehr, selbst wenn Holtzbrinck & Co. dahinterstecken.)
Unser Schmuckstück unter den "Schmuckstartups" ist und bleibt aber natürlich bis auf weiteres das "börsennotierte" Rockberries, das sich - trash as trash can - im Einklang mit der Börsenpresse einer Art New Economy Revival verschrieben zu haben scheint.
Im Zuge der Schlecker-Insolvenz geht auch das Online-Geschäft der Schlecker Home Shopping GmbH baden.
Das hat Schlecker gestern im Unternehmensblog bestätigt, wo es die Öffentlichkeit über die Entwicklungen auf dem Laufenden hält und sich der öffentlichen Debatte stellt wie bisher noch kein (Handels-)Unternehmen in ähnlicher Lage.
Schlecker ist ein weiterer Fall, der mit den strukturellen Veränderungen in der Handelsbranche nicht zurecht kommt, vor allem aber auch ein Beleg dafür, dass selbst die tollsten Online-Umsätze nichts zählen, wenn sie sich nicht selbst tragen können.
Bei Exciting Commerce gehen wir davon aus, dass wir - wie in den USA (siehe Liste) - auch hierzulande in den kommenden Jahren speziell im Multi-Channel-Segment (sei es im Versandhandel oder im stationären Einzelhandel) eine Vielzahl weiterer Pleiten sehen werden, da viele traditionelle Händler die Marktdynamiken noch unterschätzen und sich so der Dramatik ihrer Lage immer noch nur unzureichend bewusst sind.
Das Versandhaus Quelle war bisher das gleichermaßen lehrreichste wie eindringlichste Beispiel für ein Unternehmen, das bis zuletzt verblendet in den Abgrund steuerte. Eine konsequente Aufarbeitung der Quelle-Pleite hat in der Versandhandelsbranche bis heute nicht stattgefunden.
Die Handelsbranche redet sich gerne ein, dass jede Pleite ein bedauerlicher (bzw. im jeweils konkreten Fall durchaus "verdienter") Einzelfall ist, obwohl es sich im Wesentlichen um strukturelle Defizite handelt, die zur Pleite führen und die sich im jeweils konkreten Fall dann nur unterschiedlich äußern.
Wenn die Media Saturn Holding nach fünf verlorenen Jahren mit geballter Offline-Kompetenz in den Online-Handel vordringen will, dann verführt das so manch eingefleischten Onliner zu spöttischen Anmerkungen ("Eine E-Commerce-Strategie für Selbstabholer").
Doch wenn wir uns da mal nicht alle täuschen! Der Kassenzone ist es gelungen, einen leidenschaftlichen Verfechter der Media-Markt-Strategie auszumachen. Er schreibt in "Mediamarkt Online- Eine Erfolgsgeschichte" u.a.:
"Wer die Stellenausschreibungen von MSH aufmerksam verfolgt, wird erkennen, dass in Ingolstadt eine mächtige E-Commerce Kompetenz entsteht, die noch für einige Überraschungen sorgen wird. Mediamarkt Online ist nur ein Anfang.
Die Online Kritiker übersehen in der Regel auch, dass die Zielgruppen Online und Offline sehr heterogen sind. Wenn MSH schafft die bisher offline kaufenden Kunden auch online adäquat zu bedienen und zu binden, sind erhebliche Umsatzeffekte möglich.
Das sind nur einige Punkte, die MSH aus meiner Sicht in ein deutlich positiveres Licht rückt. Das Geschaffte ist aus meiner Sicht beeindruckend und ich freue mich auf weitere Erfolgsgeschichten von MSH."
Mehr Argumente für einen durchschlagenden Erfolg der Media-Markt-Strategie in der Kassenzone
Apple blieb bisher im Publishing-Bereich noch deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Zwar hat der Hersteller mit dem iPad die attraktivste Hardware und mit iTunes die am reifsten entwickelte digitale Vertriebsplattform, doch gab es von dem Hersteller noch keine eigenen, neuen Ideen zum „Buch“ der Zukunft.
Der Wettbewerb – allen voran Amazon – ist hier schon deutlich weiter:
Spannender sind jedoch neuartige digitale Verlagsmodelle wie Amazons Selfpublishing-Plattform CreateSpace oder das temporäre, gemeinsam mit Seth Godin ins Leben gerufene Domino Project („reinventing the way books are created when the middleman is made less important“).
Statt traditionierte Vertriebsmodelle lediglich in die digitale Welt zu übertragen, haben Amazon und seine Partner hier nach Wegen gesucht, die sowohl die Rolle des Autors radikal verändern wie auch die mit dem Format Buch verbundenen Inhalte neu definieren.
Im Rahmen eines „Education Announcement“ hat Apple nun einige Neuheiten vorgestellt, mit welchen der Hersteller die Initiative im Publishing-Bereich zurückgewinnen könnte.
Zum einen ist das iBooks 2, eine App für Fach- und Schulbücher, die mit animierten und interaktiven Inhalten das eBook-Format signifikant erweitern soll. Apple hat dafür bereits die renommierten Fachbuchverlage Houghton Mifflin Harcourt, McGraw-Hill und Pearson als Partner gewonnen, die ihre eBook-Titel im iBookstore künftig für maximal 14,99 US-Dollar anbieten wollen – ein markanter Preisschnitt für die traditionell hochpreisigen Textbooks.
Spannender für die Publishing-Branche ist aber die zweite Apple-Neuvorstellung, „iBooks Author“:
„iBooks Author is available today as a free download from the Mac App Store and lets anyone with a Mac create stunning iBooks textbooks, cookbooks, history books, picture books and more, and publish them to Apple’s iBookstore. Authors and publishers of any size can start creating with Apple-designed templates that feature a wide variety of page layouts. iBooks Author lets you add your own text and images by simply dragging and dropping, and with the Multi-Touch widgets you can easily add interactive photo galleries, movies, Keynote presentations and 3D objects. “
Apple macht damit seinen iBookstore zu einer Selfpublishing-Plattform, die jedem die Möglichkeit eröffnet, eBooks zu erstellen und zu verkaufen. Das Education-Thema ist dabei im Prinzip nur ein erster Testlauf für dieses neue Modell - nicht überraschend: Denn schon bisher kommen in der Verlagswelt einige der interessantesten Ideen aus dem Fachbuch-Bereich, wie in Deutschland etwa Haufe-Lexware demonstriert.
Gegenüber Arstechnica hatte bereits im Vorfeld des Apple-Events Matt MacInnis, ein ehemaliger Mitarbeiter der Herstellers, der mit Inkling nun selbst an der Entwicklung von interaktiven Lehrbüchern arbeitet, den Publishing-Ambitionen von Apple einen hohen Plausibilitätsgrad attestiert:
„Apple are selling tens of thousands of iPads into K-12 institutions," MacInnis told Ars. "What are they doing with those iPads? They don't really replace textbooks, because there's not very much content on offer," he said. Don't expect that content to come directly from Apple, however. "Practically speaking, Apple does not want to get into the content publishing business," MacInnis said. Like the music and movie industries, Apple has instead built a distribution platform as well as hardware to consume it — but Apple isn't a record label or production studio. But what Apple does provide is industry-leading tools for content production, such as Logic or Final Cut Pro, to help create content.”
Dass Macher von individuell gefertigten Produkten gerade dann oft mühselig um den Absatz und ein ohnehin oft schmales Einkommen kämpfen müssen, wenn sie den Verkauf auf Plattformen wie Etsy, DaWanda oder auch der eigenen Webseite samt Shop selber in die Hand nehmen, ist nicht neu.
Die wenigsten Händler auf Marktplätzen für Selbergemachtes erzielen wohl ein Traumeinkommen bei geringem Aufwand, und in der Regel empfiehlt es sich ohnehin, gleich auf mehreren Marktplätzen einen Shop zu betreiben - mit allem organisatorischen Aufwand, der dazu gehört. Für eine One-(Wo)Man-Show grenzt das -"Make a living doing what you love"-handmade-Schlachtruf hin oder her- an Sklaverei.
Das hatten vor einiger Zeit bereits die Macher von Goodsmiths (ehemals craft.ly) erkannt und aus dieser Problemlage ein Geschäftsmodell entwickelt: Goodsmiths bietet Selbermachern gegen eine Transaktionsgebühr von 5% die Möglichkeit, ihre Waren konventionell (also Stück um Stück) oder gleich im Group Buying-Modus zu verkaufen. Noch läuft die Anmeldungsphase, in der sich Produktverkäufer ihren Shopnamen reservieren können (laut Goodsmiths über 300 potentielle Shops und mehr als 1000 Kunden), bald soll der Startschuss endgültig fallen.
Dieses Geschäftsmodell hat seit vergangenem November ein deutsches Unternehmen, das aus Hamburg kommt, in sehr ähnlicher Form aufgegriffen: seedyaa.
Die neue Handelsplattform, seit Ende 2011 aus der geschlossenen beta heraus, will Selbermacher ("Produktanbieter") und Wiederverkäufer ("Ladenbesitzer") zusammenbringen, den Ersteren so schnellere und erfolgreichere Geschäfte, den Letzteren den Zugang zu neuen interessanten Produkten und allen weniger Aufwand bei der Recherche ermöglichen. Eine Art Alibaba für handmade, sozusagen, denn handmade ist nun so sehr Mainstream, dass sich auch der reguläre Markt dafür interessiert und auf der Suche nach guten Bezugsquellen ist. In den Worten des Geschäftsführers Marcus Reisiger soll seedyaa "eine einzigartige Mischung aus Handelspartner-Börse, Online-Marktplatz, Web-Shop und webbasierten Abwicklungssystem" sein.
Die Anmeldung auf dem Portal ist soweit kostenlos, bei Zustandekommen eines Sofortkaufs sowie bei einer Kommissionierung fallen für den Produktanbieter Provisionen an (3%, bzw. 1,5%). Die Schaltung eines Inserats kostet für Ladenbesitzer und für Produktanbieter 1€ plus 19% MwSt. Das Zusammenkommen von Produktanbietern und Ladeninhabern läuft derzeit über sogenannte Inserate, die eine Laufzeit von 30 Tagen haben.
Gegenwärtig wurde die Einführungsaktion für kostenlose Inserate bis Ende März 2012 verlängert. Für gewerblich handelnde Kreative -und nur die dürfen mitmachen- auf der Suche nach anderen oder neuen Absatzmärkten vielleicht eine gute Gelegenheit, die neuen Wasser einmal auszutesten.
Auf dem deutschen Markt ist seedyaa sicherlich noch Vorreiter, wenn auch nicht mehr mit einer komplett innovativen Idee (siehe Goodsmiths); es könnte aber auch in dieser Nische bald enger werden, besonders, da es kaum noch lohnt, neue Marktplätze in der Tradition von Etsy, DaWanda & Co. ins Leben zu rufen, die nichts revolutionär Neues mehr zu bieten hätten.
Immer zum Wochenende bringen wir die neuesten E-Commerce-Jobs sowie die Top-Arbeitgeber für den Online-Handel, wachstumsstarke Unternehmen, die ständig auf der Suche sind nach guten Leuten:
Online-Händler und E-Commerce-Unternehmen, die Topleute suchen und/oder sich bei uns als Top-Arbeitgeber präsentieren wollen, wenden sich bitte an Nadine Schmitt jobs@excitingcommerce.de
Ideen, Wünsche und Anregungen für unsere Job-Rubrik sind jederzeit herzlich willkommen.
Letzte Kommentare