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Die parallele Musikindustrie: Get up, go and do it yourself

Der Musikmarkt bzw. der Handel mit Musik ist ein Paradebeispiel dafür, wie etablierte Branchen mit umwälzenden Veränderungen umgehen bzw. nicht umgehen können. So experimentierfreudig sich die Musikbranche mittlerweile wieder gibt, das Internet hat sie noch nicht so richtig für sich entdeckt.

Ganz anders die Gegenbewegung. Der Musikdienst Mica bringt derzeit verstärkt Meldungen zur parallelen Musikindustrie. Seit die großen Plattenfirmen eine Vielzahl von Künstlern fallen gelassen haben, entwickelt sich eine neue Independent-Kultur:

"Man erwartet nicht mehr, von einer Plattenfirma entdeckt zu werden, sondern spielt auf sogenannten Guerilla-Gigs in Wohnungen von Freunden und vermarktet sein Album über seine Website: «Hört auf, Alben in den Supermärkten zu kaufen, schaut uns an - wir haben eine Band gegründet», proklamiert sinngemäss Art Brut"

Die Gegen-Ökonomie der Nische agiert nach dem Motto "Get up and go and do it yourself":  

"Man tourt zusammen, unterstützt sich gegenseitig bei Produktionen ... Man pflegt das eigene Umfeld. ... Pop und Politik gehen heute eine neue Beziehung ein. Die laute Rebellion ist von einer leiseren Form des Aufbegehrens abgelöst worden. An die Stelle der Gegenkultur tritt die Gegen-Ökonomie der eigenen Nische."

Wired beschrieb kürzlich sehr anschaulich, wie sich das Musik-Fan-Netzwerk MySpace, das inzwischen mehr Seitenabrufe verzeichnet als das populäre Google, zur neuen Hitmaschine entwickelt hat.

Interessant ist dabei auch, dass beide Musikmärkte komplett anders funktionieren. So kommt es, dass der Kampf der Konzerne gegen die Musiktauschdienste nur den wenigen etablierten Künstlern nützt.

Den vielen kleinen Bands und Künstlern hingegen, die damit ihre Popularität steigern können, schadet das Vorgehen der Musikkonzerne. Chris Anderson berichtet heute von einer Studie, die den Zusammenhang zwischen dem Musiktausch und der Popularität von Künstlern untersucht.

"The hits at the top of the charts lose sales, but the niche artists further down the popularity curve actually benefit from file-trading."

Er schließt sein Posting mit den Worten:

"Which is yet another reminder that the rules are all too often made to protect the minority of artists at the top of the curve, not most artists overall."

Oder andersherum formuliert: Für die kleinen Unabhängigen gibt es noch jede Menge Potenzial.

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