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« Mai 2006 | Start | Juli 2006 »

Zitat der Woche (von Boris Wertz, Abebooks)

Das Wall Street Journal zitiert Boris Wertz von Abebooks in "Social Networking for Bookworms":

"The book publishing industry is one of those rare businesses where the producers very rarely listen to consumers."

Gathering insight into thousands of book collectors' entire collections, he believes, will help book sales develop into "a demand-driven business in the future."

Spannender Artikel, der erst am Ende auflöst, warum sich Abebooks an Library Thing beteiligt hat.

Zum letzten Zitat der Woche (von Seth Godin)

eShopping 2007: New Shopgeneration will arise

Ralf Belusa rekapituliert einige der Beiträge/Entwicklungen der letzten Tage und schreibt:

"Die neue eCommerce Shopgeneration nimmt Formen an. Langsam aber sicher wachsen die neuen Funktionalitäten zu wirklichen Benefits für den Kunden zusammen."

Als Überschrift wählt er:

"New: eShopping 2007 - New Shopgeneration will arise. - Der neue Onlinehandel 2007"

Gute Gelegenheit, zu betonen, dass all die Exciting Commerce Themen hier vsl. erst 2007/08 so richtig relevant werden. Und dann wohl zuerst in den USA, wo die Innovationsfreude groß ist und sich die Entwicklung in einem atemberaubenden Tempo vollzieht.

Oder wie Umair Haque, der von London aus operiert, schreibt:

"The roughly 12-18 month idea gap between the States and Europe is still very much in full effect."

Im E-Commerce ist das besonders spürbar. Auch wenn es durchaus Chancen gibt, wie diese Ideen für 2007/2008 zeigen wollen:

Noch scheint vor allem das Thema Web-Widgets ein stark europäisch besetztes zu sein. Oder wie es Snipperoo formuliert:

"The widgetsphere looks strangely european.

Go Europe!"

Auch im E-Commerce kommt ja durchaus Spannendes aus Europa:

Nur ist es hier andersrum und diese Beispiele eher die Ausnahme von der Regel. Trotzdem schließen wir uns dem Schlachtruf aus England natürlich an: "Go Europe!"

Ebay: Die größten Powerseller-Tode 2006

Axel Gronen, der Betreiber der Wortfilter-Plattform, hat eine aktuelle "Übersicht über die transaktionsstärksten Powerseller, die seit dem 1. Januar 2006 bei eBay NRM [= ausgelistet] geworden sind."

Zu einzelnen Firmen gibt es Berichte über die (Hinter-)Gründe.

(via OnlineShopBerater)

Frühere Beiträge zum Thema:

Ebay Strategies Blog: Google Checkout gut erklärt

Googlecheckout Google hat heute Google Checkout gestartet ("Find it with Google. Buy it with Google Checkout"), einen virtuellen Warenkorb, der als GBuy lange als direkter Paypal-Konkurrent gehandelt wurde.

Scot Wingo von Channel Advisors, ein Paypal-Kenner, der Einblick in die Entwicklung von Google Checkout hatte, hat in seinem Ebay Strategies Blog vier hervorragende Beiträge dazu, in denen er das Google Checkout Prinzip erklärt und die Unterschiede bzw. Anknüpfungspunkte zu Ebays Paypal erläutert:

Im letzten Beitrag weist er u.a. auf zwei wesentliche Unterschiede zwischen Google Checkout und Paypal hin:

  • Google Checkout is not a new payment system. Google Checkout (as the name says) is a checkout system+wallet+credit card gateway+purchase manager
  • Google Checkout is not for person to person transactions

Sehr lesenswert, weil verständnisfördernd!

Einen guten Anwenderbericht gibts im Blog von Conversation Marketing. Er zeigt, wie er Google Checkout zum Verkauf seines Buches einsetzt und ist weitaus skeptischer als Scot Wingo, was die Konkurrenzsituation zwischen Google Checkout und Ebays Paypal angeht.

Und als Bonus: Das Speedy Little Shopping Cart Video (via live.hackr)

Frühere Google-Beiträge:

Social Commerce: Offertrax-Gründer im Interview

MarketingMonger Eric Mattson hat ein Audio-Interview mit dem Offertrax-Gründer Ben Carcio, das er wie folgt ankündigt:

"Offertrax (at its simplest level) is a tool that enables online cataloguers to create customized RSS feeds for every product on their website thereby allowing customers to track changes to each product (price, content, etc.) over time. Plus a bunch of other cool stuff."

Offertrax ist noch nicht gestartet. Ein paar weitere Infos gibts im letzten Beitrag "Offertrax und die Zukunft des Social Commerce"

(via Trackers United)

Weitere Interviews:

Wired Magazine: 6 Trends That Are Changing the World

Wired_3 Spannende Wired-Ausgabe mit folgenden Inhalten:

"6 Trends That Are Changing the World
• The Power of Peer Production by Chris Anderson
• Video Unlimited by Eryn Brown
• Made to Order by Kevin Kelleher
• Carbon Killers by Eryn Brown
• M&A as R&D by Josh McHugh
• The Open Everything Economy by Kevin Kelleher"

Außerdem "The Rise and Fall of the Hit", ein Vorabdruck aus dem Long-Tail-Buch von Chris Anderson, der ultimative Etsy-Test ("Online Craft Faire") sowie The Wired 40 und ein ausführliches MySpace-Porträt.

Widgetoko: Tolles Weblog für neue (Shopping-)Widgets

Widgetoko Allen, die sich über neue (Shopping-)Widgets auf dem laufenden halten wollen, wird das kürzlich gestartete Blog Widgetoko ("Your daily dose of widget-y goodness") gefallen, das frech und frisch auf neue "Site Widgets" hinweist:

"Widgetoko tracks new and popular site widgets. Delivered with a blog-a-liciously fresh flavour, for you to gobble down on a daily basis.

Site widgets… ?
Site widgets are pieces of code (often javascript) that you can include in your website, blog or Myspace/Friendster/etc. profile. They can give your visitors something cool to look at, and even make you some cash. Check out the archives for some examples.

Dude! I found some awesome widgets!
Good! Send those freaky little thingies to us and we’ll make sure to put them on the blog.

Don’t Apple OS X and Windows Vista have widgets too?
Correct, but we choose not to cover those. Widgetoko is purely about widget for sites, not for desktops. For desktop widgets, ask Steve, Bill or the big Y."

Nicht nur der ausschließliche Fokus auf Widgets für Webseiten macht Widgetoko sympatisch, auch dass es eine eigene Rubrik Commerce gibt - mit bisher immerhin zwei Shoppingwidgets: MeCommerce von Goodstorm und das MyPickList-Badge.

"Killer Widget Blog", meint Scobelizer über Widgetoko.

Frühere Beiträge zum Thema:

ShopWiki: Selbstgedrehte Produktspots für Shoppingfans

Shopwiki Von Nutzern erstellte Produktguides waren für das im April gestartete ShopWiki offenbar erst der Anfang.

Heute ruft der Shoppingdienst seine Nutzer auf, selbstgedrehte Produktvideos einzureichen. Die ersten 500 Nutzer bekommen jeweils $50. Techcrunch und das Digital-Micro-Markets-Blog berichten darüber.

In der Ankündigung heißt es:

"In a unique twist on the Web’s existing user-generated models, ShopWiki is encouraging quality submissions by paying $50 for each of the first 500 videos selected to appear on the site. More than 50 videos have been produced so far across categories as varied as mobile devices, beauty products and home appliances.

Video Reviews feature an individual product, a head-to-head comparison of two products or a roundup of an entire category of products. For example, a user might review a Blackberry alone, compare and contrast it with a Treo or do a product roundup comparing all of the Smartphones currently on the market.

“For certain products, it’s helpful to see the product being used, opened and touched by a real person,” said ShopWiki CEO Kevin P. Ryan.

“Our Video Reviews are the two-minute equivalent of a friend or salesperson giving great advice on a product. Along with the ShopWiki buying guides, the Video Reviews offer a level of personal guidance you can’t get on any other shopping site.”

Ungewöhnlich, dass ein Shoppingportal den Anfang macht. Nutzergenerierte Produktvideos bieten vor allem für kleinere Händler und Nischenanbieter große Chancen.

Da die technischen Hürden durch kostenlose Videodienste (YouTube, etc.) und einfache Aufnahmesysteme (Webcams, Digitalkameras, Handys, etc.) gefallen sind, können Händler ihre engagiertesten Kunden/Fans mit solcherlei produktbezogenen Aktionen leicht motivieren, spannenden Content zu produzieren, der auch für andere Kunden/Fans interessant ist. Interaktive Verkaufsspots der anderen Art.

Shopwiki machte kürzlich mit einer weiteren Neuerung auf sich aufmerksam. Einen lesenswerten Bericht über die kürzlich eingeführte Farbsuche ("Shop by Color") hat Comparison Engine.

Update: Mehr jetzt auch bei Pete Cashmore ("ShopWiki launches video reviews"). Als Beispielvideos gibts einen Haartrockner und ein Fahrrad. Die Videos lassen sich sehr leicht auf andere Websites übernehmen und so auch als Promotool einsetzen.

Mehr über ShopWiki & Co:

Member-Created Product Descriptions: Ebay startet Produktwikis

Zusätzlich zum bereits bekannten, allgemeinen Ebay-Wiki hat Ebay in den USA jetzt Produktwikis für Einzelprodukte gestartet.

In der Ankündigung von heute heißt es:

"To give members more opportunities to share their product expertise, we're launching supplemental Member-Created Product Descriptions on a certain number of Product Detail Pages. (For an example, click here to see one for an iPod Shuffle MP3 player.)

Member-created Product Descriptions are based on wiki technology, which allows members to collaboratively contribute content.

For instance, if you're knowledgeable about the iPod Shuffle mentioned in the first paragraph, use this feature to provide information that other Community members can use to learn about the Shuffle."

Ebay schlägt damit einen ähnlichen Weg ein wie Amazon mit seinen Produktwikis. Hier die Liste der aktuellen Top-Wikis bei Amazon.

Frühere Beiträge zum Thema:

Jellyfish sieht sich als Robin Hood der Produktsuchmaschinen

Als Robin Hood der Produktsuchmaschinen preist sich Jellyfish an, eine neue Shoppingplattform, die gestern in den USA an den Start gegangen ist. Sie wirbt damit, dass sie einen Teil der Affiliate-Einnahmen als Cashback an die Kunden zurückgeben will.

Die Pressemeldung trumpft auf:

“At Jellyfish.com, we do something completely different than other search engines; we share our revenue directly with our customers,” said Brian Wiegand, CEO of Jellyfish.

“This allows us to create the perfect search engine for buying online, a place where consumers can quickly find the best product for their needs without biased advertising, and where they directly share in the competition by merchants for their sale.”

Internet Retailer beschreibt das Prinzip vergleichsweise sachlich ("Merchants bid for position on new shopping engine based on cash returned"):

"A new comparison shopping engine launches this week with a bow to the affiliate marketing model: online merchants pay Jellyfish.com per sale, not per click-through.

In another twist, the destination shopping site is attracting consumers by sharing a percentage of the fee it receives from its merchants for sales directly back to shoppers in the form of cash."

Etwas reißerischer die Information Week: "Startup Primed To Challenge Google CPC Ad Model"

Interessant ist die Diskussion bei Pete Cashmore:

Skeptiker bezweifeln den Neuigkeitswert aus Kundensicht, weil es für Kunden kaum einen Unterschied macht, woher die Rabatte letztendlich kommen.

Durch ihre Kommentare veranschaulichen sie zugleich das Grundproblem vieler Produktsuchmaschinen, die meist nicht zuerst an die Kunden, sondern an die Händler denken.

Geradezu klassisch die Reaktion von Jellyfish-President Mark McGuire:

"I can tell you that the feedback from our initial merchant partners has been very positive. The key for us will be driving sales. In my humble opinion, if that happens, the rest will take care of itself."

An diesem "if" beissen sich jedoch die Produktsuchmaschinen nun schon seit 10 und mehr Jahren die Zähne aus.

Studien zeigen, dass die Masse der Internetnutzer Produktsuchmaschinen nicht mag. Wenn Otto Normalsurfer nach Produkten sucht, dann bevorzugt er reguläre Suchmaschinen wie Google & Co.

Die Produktsuchmaschine mit eingebautem Kundenlockmittel muss also erst noch erfunden werden. Aber angeblich hat Jellyfish noch einiges in petto:

"We have significant plans for community at Jellyfish. You won’t see this in our beta launch, but we think our underlying model creates some really interesting ways to evolve Web 2.0."

Was man halt so sagt heutzutage ...

Das komplette Jellyfish-Interview bei Search Engine Lowdown

Und vielleicht ist das Spannendste an Jellyfish ja tatsächlich die PR-Strategie

Frühere Beiträge zum Thema:

Rütli-Wear: Ungewöhnliche E-Commerce-Aktion für die Berliner Rütli-Schule

RuetliwearMit einer ungewöhnlichen E-Commerce-Aktion macht die in Verruf geratene Berliner Rütli-Schule auf sich aufmerksam.

Zwei Studenten haben für die Schule das Shirt-Label Rütli-Wear gegründet, um auf die anhaltende Stigmatisierung der Schüler hinzuweisen.

Die Schüler sollen für das Label eigene Kollektionen entwerfen und sich so die Deutungshoheit zurückerobern.

Der Berliner Tagesspiegel schreibt über die Wiedergutmachungs-Aktion:

„Rütli-Wear“ beinhaltet drei Ideen: Zunächst wurden T-Shirts mit dem Schriftzug „Rütli“ bedruckt. Durch das Tragen dieser T-Shirts kann jeder seine Solidarität mit der Schule ausdrücken" (...)

"Bis Anfang September läuft nun ein Wettbewerb unter den Schülern, mit dem das offizielle Schullogo gesucht wird. Das Siegerlogo wird dann auf T-Shirts gedruckt.

Ab dem kommenden Schuljahr arbeiten die Schüler in den Fächern Arbeitslehre und Kunst an einer eigenen Kollektion, entwerfen verschiedene Kleidungsstücke, lernen, wie man mit dem Siebdruckverfahren arbeitet.

Es soll auch nicht nur bei einem Logo bleiben. Die Schüler können sich Botschaften überlegen, die sie auf die Kleidung drucken wollen. (...) Durch diese Botschaften soll den Schülern die Chance zurückgegeben werden, selbst zu bestimmen, wie sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden."

Gute Aktion, die einerseits verdeutlicht, was passiert, wenn Medien ein (notwendiges?) Exempel statuieren. Die aber andererseits auch zeigt, dass Mitmach-Aktionen durchaus einen ernsthaften Hintergrund haben können.

Bei Rütli-Wear ist Mitmachen auf mehreren Ebenen möglich. Die Schüler entwerfen Slogans und Motive. Und die Shirt-Träger können ihre Fotos einreichen (s. Screenshot) und sich so mit den Schülern solidarisieren.

Die Rütli-Shirts ("Ein Label sagt mehr als tausend Worte") sind online erhältlich; die Erlöse kommen der Schule zugute.

(via e-commerce-blog)

Das Manager Magazin meuchelt das Web 2.0

"Warum die Web-Szene schon wieder auf ihren nächsten Crash zusteuert". So überschreibt das Manager-Magazin den angekündigten Artikel zum Web 2.0. (online noch nicht verfügbar)

Man muss ja nicht alles gut finden, was sich gerade im Internet tummelt, aber muss man deshalb gleich alles schlecht finden?

Immerhin bleibt sich das Manager-Magazin in seiner Berichterstattung treu und liefert die passende Titelgeschichte dazu: "Deutschland blutet aus. Warum mehr Talente auswandern als je zuvor."

Zuletzt brachte der britische Economist ein hervorragendes Special zum Thema "Among the audience. A survey of new media." Weiterhin lesenswert ist der Newsweek-Titel "The New Wisdom of the Web".

[Nachtrag: Unter dem Titel "Andere arbeiten lassen" stellt managermagazin.de fünf deutsche Startups vor. In die Printausgabe hat es nur OpenBC geschafft. Danke an Jan Miczaika von Hitflip für den Hinweis.]

Schmucksender übernimmt viertgrößten US-Teleshopper

Quasi in letzter Minute hat der Schmucksender Jewelry Television den von der Einstellung bedrohten US-Shoppingkanal Shop at Home übernommen (via Internetretailer).

Shop at Home stand seit einiger Zeit zum Verkauf, da die Umsätze der Nr. 4 im US-Markt (nach QVC, HSN und ShopNBC) seit längerem hinter den Erwartungen der Betreiber zurückblieben.

Jewelry Television wächst hingegen weiter und erwartet für 2006 einen Umsatz von 430 Mio. $ nach 390 Mio. $ im Jahr 2005.

Damit bestätigt sich indirekt eine Aussage von Ulrich Flatten, dem Geschäftsführer von QVC Deutschland, der zwar glaubt, dass der Teleshopping-Markt Platz hat für 30 bis 40 Sender. Neben zwei bis drei Universalkanälen gehöre die Zukunft des TV-Verkaufs jedoch vor allem interessanten Nischenangeboten.

In Deutschland hat OpusVendi im letzten Herbst den ersten Schmucksender gestartet, nachdem es die Frequenz von Promarkt-TV übernommen hat. OpusVendi ist allerdings weiterhin stark im Programm von BestsellerTV vertreten, hinter QVC, HSE24 und RTL Shop der Nr. 4 im deutschen Markt der klassischen Teleshoppingsender.

Frühere Beiträge zum Thema:

Widgetbox: Marketplace for Web-based Widgets

Widgetbox In den USA startet in Kürze Widgetbox als zentraler Marktplatz für Webtools.

In der Ankündigung vom Freitag heißt es:

"Widgetbox™ is a new type of marketplace for web-based widgets, that enables the placement of many types of applications, functionality and content into blogs, personal homepages, social networking sites, and auction pages."

Im Screenshot zu sehen sind "Widgets related to monetizing your blog", also genau die Art von Shopping- und Verkaufstools, die wir auch für den E-Commerce erwarten, um den Verkauf abwechslungsreicher und spannender zu gestalten.

Techcrunch schreibt über Widgetbox:

"If you like widgets, there’s about to be a whole lot more of them available for use in your blog or profile page. If you’d like to develop widgets and have some one else deal with the details, this could be for you."

Tools und Widgets gabs natürlich auch bisher schon in mannigfaltiger Form (s. Apple Dashboard Widgets). Neu ist, dass sich damit künftig Geld verdienen lassen wird.

Frühere Beiträge zum Thema:

MeCommerce: Das E-Commerce-Widget von Goodstorm

Goodstorm Wie angekündigt: It´s tooltime im E-Commerce!

Techcrunch stellt heute das MeCommerce-Programm von Goodstorm vor.

Konzeptionell geht das Shopping-Widget fast schon einen Schritt zu weit und bringt neben den Produktangeboten gleich den ganzen Warenkorb auf die Partnerseite. In Aktion ist es auf dem Weblog eines beteiligten Entwicklers zu sehen.

Goodstorm selber wurde im Oktober 2005 gegründet. Das Unternehmen bot bisher - ähnlich wie Spreadshirt - bedruckte T-Shirts über Partnershops an und geht mit MeCommerce neue Wege im Partnerverkauf.

Obwohl Online-Händler sieht sich Goodstorm auch als Entwickler und Anbieter von innovativen Verkaufstools:

"The company develops and provides free tools, technologies and social-networking functionality for sellers—ranging from nonprofit, political and educational organizations, to corporations and individuals—to create online stores marketing print-on-demand apparel and co-branded merchandise through GoodStorm.com."

Techcrunch schreibt zum angekündigten Start des MeCommerce-Programms:

"San Francisco based GoodStorm will soon launch a new program called MeCommerce that will allow bloggers to insert product listings in a javascript and iframe box on their sites and keep 50% of the retail mark-up for themselves.

Blog readers will be able to purchase books and CDs inside the box without leaving the blog page they are on. Blog publishers can populate their boxes by tag or with specific items of their selection."

Lesenswert sind auch die durchaus widersprüchlichen Kommentare der Techcrunch-Leser.

Ein Befürworter trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt, was Verkaufstools dieser Art Werbeanzeigen voraus haben:

"It is interesting from another point of view: AdSense type of CPC ads are not all that effective on blog content. But directly offering products for sale, with the reader knowing the blogger gets a cut, may make it more interesting."

Etwas enttäuschend ist die visuelle Umsetzung des Goodstorm-Widgets, da die Goodstorm-Angebote (s. Partnerseite) sehr schlicht in Form klassischer Text/Bild-Anzeigen präsentiert werden. 

Deshalb nochmal der Hinweis: In diesem Thema steckt soviel mehr drin. Wo sind die kreativen Geister, die sich spannendere Präsentationsmöglichkeiten überlegen und umsetzen? Der ein oder andere Webdesigner hat sich schon gemeldet. Aber die Aktion geht natürlich weiter.

Gesucht sind Verkaufstools für spezielle Händler (Amazon, Ebay, Spreadshirt, etc.), für spezielle Branchen (Wein, Geschenke, Mode, etc.) oder händlerunabhängige Aktionstools.

Mehr Anregungen und Ideen, wie ein Toolentwickler damit Geld verdienen kann, im Beitrag:

Stardoll: Weil auch Mädchen ihr Social Network brauchen

Stardoll Seit Monaten schwärmt Edge-Experte Umair Haque von dem schwedischen Startup Stardoll:

"Stardoll is more 2.0 than 2.0 - it's something that represents the essence of 2.0 economics, but is completely off the radar of the usual suspects because it's not in the usual 2.0 markets.

Mini case study: I made the mistake of talking to a very well-known venture guy about it last time I was in SF, and he so didn't get it.

From the look on his face, my guess is because Stardoll isn't just about culture, it's about toys; it's not just about toys, it's about girls. And thats a pretty unfamiliar territory for almost anyone in the Valley - whether geeks or beancounters - to find themselves.

Anyways, here's the deal. Stardoll gets some serious <3 from fans. Why? Because it does something deceptively powerful: it begins to make dolls plastic - it lets kids unbundle and rebundle them in the ways they like. It's related - though different - to the Neopets model (which is one direction in which Stardoll could head)."

Gestern wurde bekannt, dass nach Index Ventures nun auch Sequoia Partners in Stardoll investieren:

"The company was started by Scandinavian-born Liisa, a retired woman in her late 50s, who drew dolls and accompanying wardrobes and put them on the web.

The site, since then has grown in popularity and gets more than a million visitors every week, most of them girls between ages 7 and 17. It now features paper dolls of famous people including actresses Lindsay Lohan and Bollywood temptress Ashwariya Rai."

Neben dem Gratis- gibt es den Superstar-Account für 2,24 €/$ im Monat. Geld verdient Stardoll derzeit auch mit Werbung und SMS-Diensten.

Die Zukunft liegt in den Nischen, an den Rändern, im Long Tail. Wohl denen, die einen Blick dafür haben.

(via live.hackr)

Frühere Beiträge zum Thema:

No Advertising: Das Threadless Erfolgsrezept

Weil unser Leitmotiv gestern so gut angekommen ist: Die NY Times ("To Charge Up Customers, Put Customers in Control") hat am Wochenende die Threadless-Gründer Jake Nickell and Jacob DeHart nach ihrem Erfolgsgeheimnis befragt:

"We've got four rules we follow," Mr. DeHart said:

  1. We let the community create the content.
  2. We let the community build itself — no advertising.
  3. We let the community help with the business; we add features based on user feedback.
  4. And we reward members of the community for participating."

Punkt 2 scheint tatsächlich der Knackpunkt zu sein. Ohne Werbung dauert es zwar erheblich länger, ein neues Angebot zu etablieren. Man weiß aber erstens, ob es das Angebot ist, das ankommt oder bloß die Werbung dafür; man kann sich zweitens sicher sein, dass sich die Community die richtigen Leute hinzuholt und nicht irgendwen, so dass drittens das User-Feedback entsprechend besser ist, vor allem aber für die Community relevant.

Oder anders ausgedrückt: Neue Community-Plattformen, die von Beginn an auf klassische Werbung setzen, um ihr Angebot publik zu machen, sind uns - aus genau diesen drei Gründen - erst einmal suspekt. Es gibt bessere Methoden, um zügig bei den richtigen Leuten bekannt zu werden.

Frühere Beiträge zum Thema:

Pepperjam: Aus dem Gruselkabinett des Web 2.0

Gib die richtigen Web 2.0 Tools und Technologien den falschen Leuten und heraus kommt sowas:

"Pepperjam - The Internet's First and Most Powerful Comparison Shopping Blog."

Shogging!

[Manchmal wundert man sich, wie Pete Cashmore so eine Seite so vergleichsweise gelassen und seriös besprechen kann.]

(via Internetretailer)

Otto kündigt Innovationsoffensive eShopping 2.0 an

Otto eifert Amazon und Ebay nach, ein bisschen zumindest. Auf der Bilanzpressekonferenz hat Otto die "Innovationsoffensive eShopping 2.0" angekündigt. In der PR-Meldung heißt es dazu:

"In Anlehnung an das unter Fachleuten viel diskutierte "neue" Internet "Web 2.0" will das Unternehmen seine eShopping-Angebote stärker unter den Aspekten Dialogfähigkeit, Interaktivität und Partizipation der User ausbauen.

Mit interaktiven Kommunikationselementen werden in den kommenden Monaten alle Sortimentsbereiche auf otto.de aufgeladen. Austausch von Bewertungen und Meinungen der User über die angebotenen Waren werden erstmals für eine große Shopping-Plattform auch im Bereich Mode ermöglicht."

Die Ankündigung klingt zwar eher so, als ob Otto seine "One-Stop-Shopping"-Mall mit ein paar Community-Elemente aufpeppen will. Man darf aber gespannt sein, ob auch die entscheidenderen Web 2.0 Ideen wie "Offenheit", "Vernetzung", etc. zum Tragen kommen.

Immerhin: Für einen Multi-Channel-Händler wie Otto kommt schon die Ankündigung einer Revolution gleich, vor allem wenn man sich vor Augen führt, wo Otto im Vergleich zu Amazon oder Ebay steht.

Und apropos Web 2.0 und Dialogfähigkeit: Wir sind gespannt, wer als erstes den Dialog sucht und das erste Weblog startet - Otto oder Neckermann?

 

Frühere Beiträge zum Thema:

Google plant Affiliate-Network

Nicht in der Werbung liegt die Zukunft, sondern im Verkauf. Das ist eines unserer immer wieder gerne wiederholten Leitmotive. Umso interessanter ist es zu lesen, dass Google wohl künftig neben "Pay per Click" auch "Pay per Sales" anbietet:

"In other words, Google is launching a fully-fledged cost-per-action — otherwise known as affiliate marketing — network."

(via John Battelle und Seth Godin)

Händlerblogs: Shopblogger führt Top 100 Business Blogs an

Der Shopblogger führt als Händlerblog die Liste der inoffiziellen, deutschen Top 100 Business Blogs an, die heute veröffentlicht wurde.

Hier die weiteren Händlerblogs:

1. Shopblogger (1)
2. Fontblog (26)
3. bLogitech (51)
4. Walthers Saftblog (65)
5. Paul Schrader Teeblog (69)
6. Lehmanns Blog (79)
7. Hitflip Blog (84)

Nicht aufgeführt ist Cyberbloc, laut Technorati-Ranking die Nr. 3 unter den deutschen Händlerblogs.

Die Liste der E-Commerce-Blogs:

1. Fischmarkt (25)
2. E-Commerce-Blog (43)
3. Shopanbieter-Blog (95)

Nicht aufgeführt ist Exciting Commerce, laut Technorati-Ranking eines der Top-30-Business-Blogs.

(via BasicThinking)

Mehr zum Thema:

Updates: Swaptree, Shopify, Zlio

Aktuelle Neuigkeiten von drei Innovationstreibern des E-Commerce:

  • Techcrunch hat einen guten Vorabbericht über die Tauschbörse Swaptree. Zu finden sind mehr Details zum Konzept und erste Screenshots.

Außerdem hat Shopify kürzlich eine Sektion mit Screenshots von Shopify-Anwendungen eingerichtet.

  • Zlio, der französische Social Shopping Pionier, hat ZlioLive gestartet, ein Bookmarklet, mit dem man schnell und einfach Produkte von anderen Seiten aus empfehlen kann.

Vermutlich haben sich die Franzosen dabei von MyPickList inspirieren lassen, die das praktische Bookmarklet von Anfang an hatten.

Mehr zu den genannten Unternehmen: Swaptree, Shopify, Zlio, MyPickList

Social Commerce: Crowdstorm-Gründer im Interview

Crowdstorm In England bereiten der Shopgenie-Gründer und ehemalige Kelkoo-Manager Philip Wilkinson und der ehemalige Ciao-Manager Christopher Scollo den Start des Social-Shopping-Dienstes Crowdstorm vor.

E-Consultancy hat ein sehr lesenswertes Interview mit Crowdstorm-Gründer Philip Wilkinson, in dem er auf die Möglichkeiten von Social Commerce und die Pläne von Crowdstorm eingeht.

Dem Interview zufolge ist Crowdstorm eine der vielversprechendsten Social-Commerce-Ideen:

"Crowdstorm is a new innovation in online social shopping that works out the buzz around products to show what everyone is talking about and helps you find what to buy.

Users can directly add and edit products in the system, recommend them with a simple click, comment on them, blog them, send to friends, and even add to wishlists.

All this adds up to a community-driven product database of buzz! (...)"

How do you see Crowdstorm evolving over the next year?  

We are really excited about the possibilities for the "power of crowds" and how finding the right product can be an element of buzz and recommendations from people you trust to influence your purchasing decision. (...)

If 1,000 people want a particular product then we should go and arrange a special deal directly with a manufacturer or merchant. (...)

We want our active users to be invited to product launch events, try new products before they are launched to the general public, get the best deals they can, and help others understand the best products to buy.  

After all, shopping has always been a social experience and now it has never been so easy to connect people and brands in such large numbers.

What do you think of attempts by more well known online brands to build up their user generated content and social elements, such as efforts by MSN (Windows Live Shopping) and Yahoo! Shopping. They seem quite Web 2.0?  

Not really as they still focus very much on price comparison and they still want you to search in that way. Choose a category, choose a brand, select a price range - now look at these products.

Adding a bit of Ajax, a shareable wishlist, and some tags do not make a full social shopping experience.

Their focus is to get customers into their site, quickly narrow down their choices, and then push them to a merchant where they can get a commission kick-back from the transaction. (...)

I'm sure MSN and Yahoo will evolve their products over the next year but right now they are missing the point of Social Shopping which is a good thing for us!

Can you explain the business model for Crowdstorm, or do you worry about that later when you’ve reached a certain critical mass?  

I'm a firm believer in making sure you establish multiple potential revenue streams from day one, even if you will get very little money through them in the early days.

We aim to make money through commission referrals once someone has finally decided they want to buy something and then send that highly qualified customer through to a price comparison engine, auction site, merchant, or wherever they want to go.

We'll also look at general advertising opportunities and look at how we can help brands to communicate more with the Crowdstorm community about their new products and features. 

Im kompletten Interview spricht der Mehrfach-Gründer auch über das Web 2.0 und übervorsichtige VCs. Außerdem erfährt man mehr über die Organisationsstrukturen in der Startup-Phase.

Wen es interessiert, vor einem Jahr gab Philip Wilkinson E-Consultancy schon einmal ein Interview. Darin gibt er einen guten Einblick in die Welt der Produktsuchmaschinen.

(via Crowdstorm-Blog)

Frühere Beiträge zum Thema:

Innovationstreiber Ebay: Das Spannendste von der Ebay Live! 2006

Mangelnde Innovationsfreude kann man Ebay gerade nicht vorwerfen.

Auf der Ebay Live! Konferenz in der letzten Woche wurden der Ebay-Gemeinde soviele Neuerungen (Skype, Ebay Express, Blogs, Wikis, Collector´s Corner, MyCollectibles, AdContext etc.) präsentiert wie seit Jahren nicht mehr.

Gleichzeitig probt Ebay den Spagat zwischen Auktionshaus und klassischem Shoppingportal. Unüberhörbar waren deshalb auch die Misstöne, vor allem bei den Powersellern.

  • Auctionbytes hat ein lesenwertes Stimmungsbild von der Konferenz und berichtet von Buhrufen, schon bei der Eröffnungsrede. Informativ sind auch die weiteren Auctionbytes-Berichte von der Ebay Live!, u.a. Interviews mit Guy Kawasaki, Chris Andersen und anderen Referenten.
  • Zweiter Konfliktherd: Exzessive Versandgebühren kratzen am Ebay-Image und vergraulen die Nutzer. Deshalb will Ebay US-Chef Bill Cobbs das Problem angehen, allerdings erwartungsgemäß nicht, indem Ebay sein Gebührenmodell überdenkt.
  • US-Nutzer finden bald Skype-Buttons auf den Produktseiten, über die sie den Anbieter erreichen. Spannend wirds wohl erst dann, wenn Videokonferenzen im Skypecasts-Stil möglich sind.
  • Innovationen aus deutschen Landen: Der Hamburger Christoph Bünger ist in Las Vegas mit dem "eBay Star Developer Award for Most Innovative Application" ausgezeichnet worden. Er entwickelt Lösungen, die Ebay und Skype via Windows XP Media Center auf den Fernsehschirm bringen. Die Ebay-Webreporter haben ein Audio-Interview mit ihm im Ebay Chatter.
  • Schon auf der Entwicklerkonferenz hat Ebay das AdContext Programm vorgestellt, kontextsensitve Produktanzeigen auf Partnerseiten.
  • Inzwischen sind alle Unterlagen von der Entwicklerkonferenz online abrufbar, auch die Roadmap (PDF) für 2006/07.
  • Wegweisend für den E-Commerce 2007/08 sind Ebays Collector´s Corner und MyCollectibles. Auch wenn beide Anwendungen noch in den Kinderschuhen stecken, vermitteln sie schon mal einen Eindruck, wohin die Reise. Wieder dient Ebay der Sammlerbereich als Experimentierfeld für andere Kategorien.

Immer wieder beeindruckend ist, wie früh Ebay neue Plattformen an den Start bringt, selbst wenn sie noch nicht voll ausgegoren sind, um frühzeitig Erfahrungen zu sammeln und schnell optimieren zu können.

Einziger Händler, der hierzulande ähnlich agiert und in ständigem Beta-Modus arbeitet, ist Spreadshirt. Das Derby hat schon die zweite Startseite in zwei Monaten, und auch am Verkaufsmodell wird ständig weitergefeilt.

Frühere Beiträge zum Thema:

Doc Searls: Markets are Relationsships

Wie Musikbands ohne Medien auskommen, wenn sie es schaffen eine aktive Beziehung zu ihren Fans aufzubauen, beschreibt Bob Lefsetz in Modern Marketing (Sehr lesenswert!).

Doc Searls greift das Thema auf und ergänzt in seinem Blogeintrag "Markets are Relationships":

"Think of the Web as the ultimate live venue: a vast marketplace where you're out there living, relaxing, relating, practicing and performing, all the time.

Yes, it's also still a static place, with "sites" and "addresses". But blogging and podcasting and instant messaging are among the living parts of the Web. That's where your relationships with your fans will happen, and where they'll grow.

Don't just leave it up to your webmaster to post every day to your website/blog. Do it yourself. (...) If your relationship is going to be direct, and not intermediated, it needs to be personal. That means you have to write as many of those posts as possible. It's not hard, and it doesn't take much time. In fact, it doesn't need to take any more time than it does to write an email or an instant message."

Dieser Rat gilt nicht nur für Musikschaffende.

Ein Blick in Walthers Saftblog zeigt eindrucksvoll, wie man das Prinzip auch als Händler einsetzen kann. Bei keinem anderen Händlerblog ist man so hautnah dabei. Siehe dazu auch den Beitrag "Das Weblog als neue Kommunikationsplattform der Kelterei Walther" bei Robert Basic.

Mehr zum Thema:

Doc Searls: The Live Web vs. The Static Web

Der E-Commerce in einem schnellen und vernetzten Live Web unterscheidet sich von den heutigen, rein transaktionsorientierten E-Commerce-Formen.

Beziehungen werden zum Schlüssel des Erfolges, meinte Doc Searls, einer der Cluetrain-Autoren, auf der Reboot-Konferenz Anfang Juni in Kopenhagen.

Der E-Commerce der Zukunft ist kundengetrieben:

"On the Live Web, the demand side is supplying itself"

In seinem Vortrag geht er darauf ein, was das Live Web vom statischen Web unterscheidet und wie er sich die Märkte 2.0 vorstellt:

  • "The static Web is about places and spaces"
  • "The Live Web is about time and people"
  • "The Live Web will help drive the Intention Economy"
  • "There´s no marketing in the Intention economy. Just sales."

Mehr in den ausführlichen Präsentationsunterlagen zu "Markets 2.0"

Weitere E-Commerce-Themen bei der Reboot8-Konferenz:

Zitat der Woche (von Seth Godin)

Seth Godin schreibt in "The premium premium"

"In a lot of categories online, the bottom has gone to ... free. Shopping online, in fact, is largely about the edges, and the people who are premium are at the edge."

Zum letzten Zitat der Woche (von Stowe Boyd)

Wetpaint: Einsatzmöglichkeiten für Wikis im E-Commerce

Wetpaintlogo Techcrunch stellt heute den neuen Wiki-Dienst Wetpaint vor ("Wetpaint Launches: Wikis Evolve"). Wobei das Bemerkenswerte weniger Wetpaint an sich ist, sondern die Einsatzmöglichkeiten für Wikis im E-Commerce, die er aufzeigt.

Neben einem Ein-Produkt-Wiki für die Xbox360 findet sich das Handtaschen-Wiki ("It´s all in the bag") als Beispiel für ein themenbezogenes Produkt-Wiki. Bisherige Wikidienste - wie Productwiki oder Shopwiki - machten produktseitig keine Einschränkungen. Deshalb bietet die Liste an aktuellen Wetpaint-Wikis eine gute Inspirationsquelle für mögliche Wiki-Themen, auch im E-Commerce.

Wetpaint

Warum Wikis?

Warum braucht es im E-Commerce überhaupt Wikis? Bisher ging es doch auch ohne. Sicher, in bestsellerorientierten Massenmärkten kam man gut mit einigen, wenigen Standard-Produktbeschreibungen aus. In Nischenmärkten bzw. bei weniger gefragten Produkten werden jedoch die Nachteile deutlich:

  • Bei einer Fülle von Nischenmärkten verlieren Händler den Überblick. Sie können nicht mehr alle Verkaufsargumente für alle Nischen gleichermaßen kennen bzw. berücksichtigen. In einem collaborativen Wiki können die Nutzer aus unterschiedlichen Nischen ihre Argumente selbständig zusammentragen bzw. ergänzen.

[Beispiel (ohne Wiki): Der Gyrotwister wurde lange Zeit als Trend- und Lifestylegerät verkauft, bis es in Apotheken als gesundheitsförderndes Trainingsgerät angeboten wurde.]

  • Long-Tail-Produkte. Die Amazon-Beschreibungen bei ausgefallenen Fachbüchern sind extrem dürftig. Oft sind nur Titel und Autor angegeben. Productwikis helfen einem Universalanbieter wie Amazon dabei, seine Produktbeschreibungen zu verbessern, indem interessierte Nutzer die Texte eigenständig ergänzen. Und sich so auch ausgefallene Produkte besser verkaufen.
  • Drittes Argument für Produktwikis: Das Wissen bzw. die Einsatzgebiete für Produkte (Xbox, PSP, etc.) verändern sich schneller denn je. Wenn die Nutzer als die eigentlichen Produktexperten auf die Akkuratheit achten und aktuelle Infos von sich aus ergänzen, muss der Händler sich nicht mehr darum kümmern (der diesbezüglich ohnehin chancenlos wäre).

Nicht ohne Grund setzen auch Amazon und Ebay seit kurzem auf Wikis im E-Commerce.

Es gibt sicher noch weitere Argumente für Produktwikis. Über Ergänzungen in den Kommentaren würden wir uns freuen.

Frühere Beiträge zum Thema:

Crowdsourcing: Open Source Footwear

Johnfluevog "Can the open source / user innovation ideas also work with rather conventional products like, say, shoes? No high-tech sports shoes, but good ol' dress shoes?", fragt Frank Piller heute.

Anlass ist "CEC-made shoes", ein Forschungsprojekt der Europäischen Gemeinschaft, und ein Artikel in der New York Times vom Wochenende ("To Charge Up Customers, Put Customers in Charge"), in dem unter anderem das Open Source Projekt des Schuhdesigners John Fluevog vorgestellt wird:

"Over the last few years, though, Mr. Fluevog hasn't just been presenting ideas about shoes and style to customers; he has also been soliciting ideas from them — encouraging brand enthusiasts to submit their own sketches for leather boots, high-heeled dress shoes, even sneakers with flair.

He posts the submissions on his company's Web site (fluevog.com/files_2/os-1.html), invites visitors to vote for their favorites and manufactures and sells the most promising designs. He calls it all "open source footwear."

Gegenüber der NY Times erläutert John Fluevog die Ursprünge der Idee:

"For so long, people would hand me a drawing of their personal design for a shoe or ask if I had considered an idea they liked. This program is a natural outgrowth of that desire for connection."

"Some of the ideas from customers are striking, but impossible to make," Mr. Fluevog said. What tends to work best, he explained, are intriguing twists on design themes that he and his colleagues are already exploring.

"But even submissions we can't make add to the stimulation," he added. "Our customers get more involved, and we get insights into who they are and what they're doing. It's better for both of us."

Ein weiteres Beispiel aus dem NY Times Artikel: Beim Getränkehersteller Jones Soda können Kunden Bilder-Vorschläge für neuen Flaschenetiketten einreichen:

"The labels change regularly, and many customers eagerly await the debut of each new batch of photographs. Why? Because the photos come from customers. (...)

Visitors to the site vote on which pictures should go on the labels. When a photo is selected, the label includes the name and hometown of the person who submitted it."

Mehr zum Thema:

Etsy: 1 Million Dollar Umsatz im ersten Jahr

Etsy feiert am 18. Juni sein Einjähriges. Passend dazu gibts Umsatzzahlen:

"In other news, today Etsy passed $1,000,000 in sales! Almost every week we set a new sales record and Matt’s got a bunch of press lined up which will bolster this trend."

Nach 7 Monaten lag der aufgelaufene Umsatz bei $250.000.

Die bisher veröffentlichten Kennzahlen im Überblick:

Month Members Sellers Sales
Aug 05 1.018 $10.000
Sep 05 1.516 $40.000
Nov 05 10.000 - $100.000
Jan 06 20.000 5.027 $250.000
...
Jun 06 $1.000.000

Frühere Beiträge zum Thema:

Umschau: Letting customers run the store

Aus den Weiten des Web:

  • "Clever startups aren't just listening to their customers - they're letting them run the store." Business 2.0 über "Grassroots product development" und Threadless, Etsy, Slim Devices.
  • "Bald schon werden Online-Shops 'Niederlassungen' auf den Websites ihrer Kunden haben - eine Chance gerade für die Kleineren." Nicola Straub im Shopanbieter-Blog.
  • E-Commerce in anderen Dimensionen: "American Apparel are set to open a store in the virtual world of Second Life where they will sell clothing to avatars for $1." psfk über die Ankündigung bei Springwise.

Ad Scheduling: Google startet zeitabhängige Werbung

Google erlaubt künftig auch zeitabhängige Werbeformen - für ein besseres Kampagnenmanagement. Damit eignen sich Google Anzeigen auch - weitaus besser als bisher - für zeitlich begrenzte Werbe- und Verkaufsaktionen, Direct Response Verkauf, etc.

Search Engine Watch schreibt:

"Google AdWords officially launched their new ad scheduling, enabling advertisers the ability to schedule the appearance of their ads based on both time of day and day of the week.

This new feature, which competes with dayparting that Microsoft AdCenter has had since their beta launch, was released worldwide to all advertisers across 40+ languages."

Search Engine Roundtable spielt durch, wies geht: Auf dem Wochentableau lässt sich einstellen, wann ein Spot eine Anzeige gezeigt werden soll.

Googleadschedule

Google schreibt:

"Ad scheduling can also help you improve your ROI by ensuring that your ads run when it makes the most business sense.

For instance, a local business may only want to run their ads during business hours, or an online retailer may want to boost their bids during their busier-than-normal lunchtime shopping period."

Ad Scheduling ist zwar in erster Linie ein Tool zur Planung von Kampagnen. Zugleich lassen sich  damit aber auch Live-Shopping-Aktionen (Today´s Special, Happy Hour, etc.) über Google fahren und die zeitlich begrenzten Angebote mit Google Ads entsprechend pushen.

(via Searchblog)

Frühere Beiträge zum Thema:

Clevere Verkaufsaktion: Weinmeisterschaft bei Genussreich

Weinmeisterschaft Sind wir nicht alle ein bisschen fußballverrückt? Kaum ein Händler, der sich die WM entgehen lässt. Den besonderen Kick gibts gerade beim Karlsruher Weinversand Genussreich.

Die Genussreich Weinmeisterschaft ist eine tägliche Verkaufsaktion mit Suchtpot