In der aktuellen Wirtschaftswoche äußert sich der neue KarstadtQuelle Versandchef Marc Sommer erstmals ausführlich zur Strategie von Neckermann und Quelle ("Dreimal 50 Prozent"):
"Wir wollen vom Universalisten hin zum Spezialisten, weg vom Katalog Richtung E-Commerce und vom Schwerpunkt Deutschland hin ins Ausland." Die Abhängigkeit vom Katalog-, Universal-, und Inlandsgeschäfts soll auf jeweils 50% fallen.
Geplant sind unter anderem folgende Maßnahmen:
- Der Quelle Hauptkatalog wird 2007 abgeschafft. Statt zweimal im Jahr kommt der Katalog künftig sechsmal: "Er wird schlanker, aktueller und schneller. Parallel dazu kommen Monatskataloge und Spezialkataloge."
- Bei Neckermann gibts verstärkt reine Online-Produkte: "Wir werden auch dazu übergehen, aktuelle, schnell drehende Modeangebote nur noch im Internet zu schalten. Bei neckermann.de findet aktuell die Premiere der ersten reinen Internetkollektion statt."
- Die Portfolio-Bereinigung startet in Kürze: "Wir haben klar definiert, wo wir künftig aufbauen, gründen und kaufen werden. Im Gegenzug werden wir uns von Bereichen trennen, die nicht ins Portfolio passen."
Bis allerdings an Umschwung zu denken ist, ist weiter Gesundschrumpfen angesagt: "Das bedeutet für das erste Halbjahr erst einmal Umsatzrückgang – aber ein geplanter."
Im Interview spricht Marc Sommer auch über eine Reihe von Fehlentscheidungen und mißlungenen Experimenten im Kataloggeschäft. Interessantes Detail am Rande: Im Gegensatz zu Michael Otto gibt Marc Sommer, der zuvor u.a. Buchclub-Chef bei Bertelsmann war, kein explizites Bekenntnis zum Katalog mehr ab.
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Und neckermann.de testet Verkaufen im Google-Stil: www.n-express.de kommt ohne Angebote, rein auf die Suche reduziert. Finde ich einen sehr interessanten Versuch, typisches Internet-Nutzer-Verhalten auf einen Shop mit 150.000 Produkten zu übertragen...
Kommentiert von: Martin Gross-Albenhausen | 04. August 06 um 14:05 Uhr