Der Versandhandelskongress hat gerade zum 10-jährigen Jubiläum ein tolles Programm vorgelegt - mit hochkarätigen, internationalen Referenten und einer Fülle von spannenden Vorträgen, verstärkt auch zu E-Commerce-Themen.
U.a. gibts ein Zukunftsforum zu den Trends im Teleshopping. Carine Moitier beschreibt das Bivolino / Shirtsdotnet Mass Customizing Konzept. Matthias Schrader leitet das Web 2.0 Forum, bei dem u.a. Jürgen Siebert von FontShop erzählt, "wie ein Corporate Blog die Unternehmenskommunikation beflügelt".
Darüberhinaus ist es den Veranstaltern wieder gelungen, das erfolgreichste Versandhandelskonzept der vergangenen 10 Jahre im Programm komplett auszusparen. Kein Forum, kein Vortrag, kein Sterbenswörtchen. War da nicht noch was?




Hallo Herr Krisch,
die Kritik am Fehlen von eBay nehme ich als Mitveranstalter (und Gründer) des Versandhandels-Kongresses gerne auf. Aber wenn Sie mal die Versandhandels-Kongresse der letzten zwei Jahre Revue passieren lassen, dann hatten wir dort eBay mehr als deutlich präsent. Bis zum Abwinken. Und Amazon mit neuen Social Commerce-Themen (auch dieses Jahr wieder).
Ich selbst habe mehrere eBay-Seminare bei Versandhändlern veranstaltet, mit übrigens hoher Resonanz. Der bvh auch. Und mehr Versandhändler als man gemeinhin denkt sind heute als Powerseller bei eBay aktiv.
Angst vor eBay haben die Versandhändler heute kaum noch. Einige freuen sich sogar, dass sie dort über Auktionen bei gut ausgewählten Artikeln höhere Preise erzielen als im Katalog.
Aber Sie haben recht: Natürlich gehen Marktanteile an die neuen Versender verloren. Die ja gerade bei den enorm Transaktions-starken Powersellern zuweilen mit Erfahrung vom klassischen Versandhandel ausgestattet sind.
Und - Überraschung! - im neuen Verband sind maßgeblich ehemalige Mitarbeiter vom Oppermann Versand aktiv (das ist nämlich die Wurzel von dtg).
IMHO: Man sollte nicht Fronten aufbauen, wo keine hingehören. Die klassischen Versender können jede Menge von den neuen lernen (und tun das ja auch, wie man sogar bei otto.de und neckermann.de sieht).
Ich selber habe den Versandhändler das Thema Weblogs nahe gebracht, als noch kaum einer wusste, was das überhaupt ist. Heute setzen mehr und mehr "Klassiker" solche Weblogs ein. Manchmal noch unbeholfen, aber auf jeden Fall entschieden.
Aber umgekehrt gilt das nun mal auch. Die klassischen Versender haben vielleicht lange gezaudert oder zuweilen auf einem hohen Ross gesessen. Wäre schade, wenn jetzt das Pendel genau in die Gegenrichtung umschwingt. Denn auch das "klassische" Direktmarketing hat eine Menge toller Hebel zu bieten, von denen viele neue Versender enorm profitieren könnten.
Schöne Grüße aus Bonn
Martin Gross-Albenhausen
www.versandhausberater.de
Kommentiert von: Martin Gross-Albenhausen | 20. Juli 06 um 09:10 Uhr