MC2007: Das Spannendste vom Mass Customizing Gipfel in Salzburg
Wer auf der Suche nach spannenden E-Commerce-Konzepten und Geschäftsmodellen für die Zukunft ist, für den sind Frank Pillers MC-Tagungen ein wirkliches Fest.
Mit über 120 Teilnehmern war die MC2007 in Salzburg die größte Tagung ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Und hätte sie neben "Mass Customization" auch das Thema "Open Innovation" Im Titel geführt, wäre der Andrang sicherlich noch um einiges höher gewesen. Open Innovation scheint gerade eines der Trendthemen bei Unternehmen zu sein.
Gelungen war wieder der Mix aus langjährigen Praktikern, Forschern, Studenten und jungen Startups. Schön auch der diesjährige Fokus auf Mass Customization Strategien (in Anlehnung an Klaus Mosers Dissertation, in der er sieben Strategien identifiziert hat und die er als Buch passenderweise bei Lulu veröffentlicht hat).
Schon der Treff am Vorabend der Veranstaltung über den Dächern von Salzburg ermöglichte einen hervorragenden Austausch zwischen Teilnehmern und Experten. Erfreulich, dass auch der ein oder andere Hersteller/Händler vertreten war, der sich überlegt, wie er sich mit Mass Customizing und Open Innovation Ansätzen differenzieren kann.
Persönliche Highlights: natürlich der Austausch mit Frank Piller, der durch seine internationalen Aktivitäten ein wandelndes Lexikon in Sachen innovativer MC-Ansätze ist; endlich verstanden zu haben, wie der 3D-Druck via Lasersintern funktioniert (vielen Dank an Christof Stotko von EOS!); sehr lehrreich auch die Begegnung mit Erwin Werdenigg von der Ski-Manufaktur Edelwiser, der vor allem in der Vermarktung höchst innovative Wege geht.
Ebenso spannend die Diskussionen mit Studenten, mit Community-Experten wie Andreas Tasch, mit Lukasz Gadowski und einigen der Teilnehmer.
Interessant war es diesmal zu erleben, wie die Mass Customization Experten, die lange über rein technisch-konzeptionelle Gesichtspunkte diskutiert haben, sich zusehends auch mit Fragen der Kundenakzeptanz auseinandersetzen.
Die Wirtschaftsuniversität Wien tut sich hier hervor. Peter Kainz hat am Beispiel von Edelwiser eine spannende Untersuchung zur Akzeptanz von Konfiguratoren / Toolkits vorgestellt.
Das Stichwort von Mass Customization Unternehmen der 3. Generation klang an, die Mass Customization nicht mehr als Standalone-Konzept verfolgt, sondern in bestehende Geschäftsmodelle integrieren.
Frank Piller sieht hierin ohnehin einen Trend: dass Mass Customization und Personalisierungskonzepte gerade den Handel mehr und mehr durchdringen. Nachweislich bieten einige Konfiguratorkonzepte hervorragendes Upsellingpotenzial.
So mancher Sporthersteller (wie Nike oder Adidas) überlegt inzwischen ernsthaft, ob er nach einigen extrem positiven Erfahrungen der letzten Jahren dem Mass Customization nicht noch mehr strategisches Gewicht gibt.
Vielen Dank an das Professorenteam Dominik Walcher für die Organisation in Salzburg und an Frank Piller für die programmliche Gestaltung.
Die MC-Tagungen sind nicht ohne Grund ein Highlight im Exciting Commerce Kalender, gerade auch, weil die MC-Community (noch) ein vergleichsweise geschlossener Kreis ist und MC-Dienste auf sonstigen Veranstaltungen eher unterrepräsentiert sind.
Herzlichen Glückwunsch auch an Frank Piller, der nach seiner Zeit in München und drei Jahren am MIT in Boston nun im März als Professor nach Aachen wechselt und dort den Lehrstuhl für Technologie- und Innovationsmanagement übernimmt.
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