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« November 2007 | Start | Januar 2008 »

Die Etsy Story 2005-2007: In drei Kapitalrunden zum Erfolg

Etsyrobkalin Von Etsy kann man einiges lernen: Nicht nur, wie man eine neuartige Shoppingplattform erfolgreich an den Start bringt, sondern auch, wie man sich nicht von Investoren bedrängen lässt und sich nur soviel Kapital holt, wie man wirklich braucht.

Etsy dürfte heute mit - geschätzt - 100 Mio. Dollar - noch weit vor Kaboodle - das am höchsten bewertete E-Commerce Startup sein.

In drei Kapitalrunden hat Etsy von Juni 2006 bis Juli 2007 knapp 5 Mio. Dollar eingesammelt und dabei nur vergleichsweise wenige Unternehmensanteile abgegeben.

Tech Confidential zeichnet die Etsy Investment Story nach:

"In June 2006, Kalin accepted $615,000 from the Flickr founder and other angel investors. In the process, he turned down funding offers from venture capital firms seeking a 20% stake in the company at a pre-money valuation of $3 million, as well as to recruit an experienced CEO. "I realized we didn't need that much money," he says. "It ruffled some egos, but I think I made the right call."  (hier der Originalartikel als jpg-Foto)

Ein halbes Jahr später, im November 2006, ist Fred Wilson und Union Square Ventures mit 1 MIo. Dollar eingestiegen.

In der dritten und bisher letzten Kapitalrunde hat Etsy im Juli 2007 weitere 3,25 Mio. Dollar eingesammelt. Unter anderem konnte sich nach langem Baggern auch Burda eines der begehrten Prozente sichern.

"The Handmade CEO" ist ein sehr lesenswertes Business-Porträt! Neben dem seriösen Interview dort gibt es noch ein weitaus lockereres Interview bei Treehugger.

Die Etsy-Chronik (2005 - 2007)

2005

2006

2007

Was war, was wird: Zur Lage des E-Commerce 2007/08

2007 war ein unglaubliches Jahr. Wer sich bisher noch nicht vorstellen konnte, wie das Web in einigen Jahren aussehen wird, der bekam in diesem Jahr durch Facebook und die OpenSocial Initiativen der großen Networks die letzten, entscheidenden Hinweise geliefert.

Das Internet löst sich auf ... und entsteht als Web wieder.

Offenkundig sind die Veränderungen radikaler als gemeinhin erwartet. Das "Network" läuft dem "Portal" den Rang ab und wird ihm in Sachen Nutzerakzeptanz weiter zusetzen. Zumal die reichweitenstarken Portale am Status Quo hängen und von einer Öffnung und offenen Strukturen dort noch nicht einmal ansatzweise die Rede sein kann.

Deutlich wird inzwischen, dass es sich bei der Weiterentwicklung - vom heutigen Internetportal- hin zum Network-Gedanken des Web 2.0 - wohl weniger um einen evolutionären Prozess handelt, wie von vielen gerne propagiert, sondern um zwei parallele Entwicklungsstränge, die um die Vorherrschaft kämpfen: "Internet" vs. "Web".

Die aktuelle Entwicklung kommt damit eher einem Systemwechsel gleich, wie wir ihn beispielsweise Anfang der 90er Jahre erleben konnten, als die damalige "Masse" der PC-Nutzer MS-DOS den Rücken gekehrt hat und auf Windows umgestiegen ist.

Die graphische Nutzeroberfläche, schnelleren Prozessoren geschuldet, führte zu einem weitaus intensiveren Umgang mit dem Computer. Ähnlich wie heute: Selbe Basistechnologie (Die Internetgrundtechnologie bleibt erhalten), komplett andere Herangehensweise, neue Anwendungen, neuer Entwicklungsschub.

[Interessanterweise ging auch Windows in der allgemeinen Wahrnehmung mit Version 3.1 an den Start. Es sollte einen also nicht verwundern, wenn das Web mit Version 2.0 auf den Plan tritt. Vor allem sollte man nicht den Fehler machen, das heutige Internet mit Web Verison 1.0 gleichzusetzen. Echte, leidgeprüfte, Web 1.0 Nutzer wird man ähnlich lange suchen müssen wie Windows 1.0 Anwender.]

Jede Menge alte Konzepte für eine neue Welt

Von einer "komplett anderen Herangehensweise" und einer neuen Internetdenke kann allerdings hierzulande noch keine Rede sein. Zu sehen ist gerade mehr Aktionismus als strategische Weitsicht. Die etablierten Unternehmen halten sich mit kosmetischen Korrekturen auf. Kaum jemand will verstehen, was die aktuellen Entwicklungen wirklich bedeuten, geschweige denn, sich dann entsprechend radikal neu darauf ausrichten.

Optimal drückt den aktuellen Zustand der Internetszene deshalb ein Spruch aus, den wir auf der letzten OMD aufgeschnappt haben: "Auch wir haben Mitte der 90er Jahre noch massig DOS-Rechner verkloppt, als Windows schon längst Standard war." Man muss sich also nicht wundern, wenn 95% der "neuen" Web 2.0 Konzepte heute noch so verdammt alt aussehen.

In der konzeptionellen Arbeit kann man das Internet in seiner heutigen Form und seine Auswüchse (SEO, SEM, etc.) ohnehin weitgehend vergessen. Das heutige Google dürfte in einem hochgradig vernetzten Web, das ohne statische Homepages auskommt, ähnlich relevant sein wie das Filedirectory von MS-DOS. (BTW: Ist Ihr Shop ohne Google überlebensfähig?)

Wenn man sich die Entwicklung bei den (Web-)Widgets oder bei den Office-Anwendungen vor Augen führt, dürfte das Web daher konzeptionell eher in der Tradition von Windows & Co stehen. Aber selbst Microsoft hat sich ja noch nicht entschieden, ob nun Vista der legitime Nachfolger von Windows ist oder "Windows live".

Und was heißt das alles für den E-Commerce?

Alles, was wir 2007 an durchaus vielversprechenden Ansätzen gesehen haben, geht längst noch nicht weit genug. Die wirklichen Innovationen stehen noch aus. Vor allem der Facebook-Check offenbart: Die heutigen Konzepte erweisen sich in der neuen Umgebung als mehr als mangelhaft. Nötig sind radikal neue Ansätze. Daran gilt es zu arbeiten.

Frühere Beiträge zum Thema:

Shopbörse: Tradoria-Shop für 3.100 Euro versteigert

ShopdogDer zum Verkauf stehende Tradoria-Shop Shop-Dog ist für 3.100 Euro bei Ebay versteigert worden. Und hat damit einen höheren Verkaufspreis erzielt als Neckermann in diesem Jahr.

Wer plant, seinen Online-Shop auf ähnliche Art und Weise zu versteigern, der kann sich gerne melden. Ebenso, wer an einer Shopbörse für kleine und mittlere Online-Shops arbeitet.

Frühere Beiträge zum Thema:

Hitwise: Etsy schlägt US Social Shopping Dienste im Traffic

Hitwise hat unser Flehen im letzten Beitrag erhört und nach der Social Shopping Auswertung ("Social Shopping Still Small, but Usage Increasing") nun doch noch eine separate Trafficauswertung für Etsy ("Etsy.com Retail Classifieds Website to Watch") nachgeschoben.

Etsy zählt vielleicht nicht zu den Social Shopping Diensten im klassischen Sinn, ist aber als stark nutzergetriebene Plattform doch wegweisend für das Marktsegment.

Die Hitwise-Zahlen zeigen:

  • Etsy, das im Juni 2005 vor fast allen Social Shopping Diensten (außer Kaboodle) gestartet ist, hat heute alleine in etwa denselben Traffic wie alle von Hitwise erfassten US Social Shopping Dienste zusammen.
  • Etsy hat als Plattform für handgefertigte Produkte aktuell etwa 50% mehr Traffic als Kaboodle, der reichweitenstärkste der Social Shopping Dienste in den USA.

Hitwise schreibt in der Detailanalyse:

Hitwiseetsy "Etsy just makes it into the top 1000 [websites], coming in a 953rd last week. The website's share of US Internet visits is up 4 fold year on year and up 34% in the past three months. As you can see in the following chart, the growth has been fairly steady over the past twelve months. (...)

Etsy attracts 38% more female visitors than average for the online population and over-indexes among 25-34 and 35-44 year olds. Compared with Craigslist.org and eBay, Etsy.com appeals more to lower income groups, women and to Internet users in the central states."

Damit kommen Etsy und die Social Shopping Dienste in den USA aktuell auf einen Trafficanteil von etwa 1,6%.

Frühere Beiträge zum Thema:

Exciting Facebook: Facebook Platform ist API des Jahres

Facebookplatform Mit fast 12.000 Anwendungen in nur 7 Monaten ist die am 24. Mai gestartete Facebook Platform eine der Erfolgsgeschichten des vergangenen Jahres.

Programmable Web, das maßgebliche Blog im Bereich der Programmierschnittstellen, hat die Facebook Entwicklungsplattform deshalb zur API des Jahres gewählt. Und fasst nochmals sehr übersichtlich zusammen, was die Facebook-Öffnung so wegweisend macht und wie sich der überwältigende Erfolg erklären lässt.

Spannend ist Facebook aus Exciting Commerce Sicht auch deshalb, weil Facebook Applikationen zugleich verdeutlichen, wo die Potenziale beim Thema "Widgets" liegen.

Hier nochmal die wichtigsten Facebook-Beiträge des vergangenen Jahres im Überblick:

Exciting Commerce Stars 2007 - Die Innovationstreiber International

Passend zu den nationalen hier nun die internationalen Innovationstreiber des Jahres 2007: Von welchen Ideen gingen die größten Impulse aus? Welche Shoppingkonzepte erlauben heute schon einen Blick in die Zukunft des E-Commerce?

Nominiert waren 10 Kandidaten, die in diesem Jahr neben Großbritannien und Kanada vornehmlich aus den USA stammten. Als Grundlage diente die Auswahlliste des Jahres 2007.

Auch hier gilt: Exciting Commerce bewertet ausschließlich die Innovationskraft und das Zukunftspotenzial. Ausgezeichnet werden daher nicht immer die heute erfolgreichsten, sondern die - auf Drei- bis Fünfjahressicht - wegweisenden Ideen und Ansätze.

Exciting Commerce Stars 2007 - Die Innovationstreiber International:

  1. Shirtwoot Shirt.Woot! (US)
    (Kategorien Live Shopping, Crowdsourcing; alle Shirt.Woot! Beiträge)
    Woot! treibt seine Expansion in neue Sortimentsbereiche inzwischen fast schon generalstabsmäßig voran. Und zeigt speziell bei Shirt.Woot!, wie sich Crowdsourcing-Elemente und Live Shopping Elementen gegenseitig befruchten und optimal miteinander kombinieren lassen. Außerdem bemerkenswert: Bei Shirt.Woot! nimmt Woot! neben der Produktgestaltung erstmals auch die komplette Produktion in die eigenen Hände und garantiert so ein Höchstmaß an Flexibilität auf allen Stufen der Wertschöpfungskette.

  2. Polyvore Polyvore (US)
    (Kategorie Social Commerce; alle Polyvore Beiträge)
    Polyvore überzeugt durch eines der emotional ansprechendsten Shoppingkonzepte des Jahres, das speziell bei Frauen hervorragend ankommt. Social Shopping ist ..., wenn Nutzerinnen sehr frei und flexibel eigene Styles und Outfits zu kleinen Meisterwerken zusammenstellen und sich mit anderen darüber austauschen können. Polyvore zählt auch in Facebook zu den populärsten Shoppinganwendungen des Jahres und zeigt, dass sich auch ohne Flash ein rundum gelungenes und technisch wegweisendes Shoppingkonzept auf die Beine stellen lässt. 

  3. Moo Moo (UK)
    (Kategorien Mass Customization, Community Services; alle Moo Beiträge)
    Moo nutzt die Kreativität der Masse(n) auf ganz eigene Weise und punktet mit seinen populären Moo-Cards und anderen ungewöhnlichen Produktideen, die größtenteils auf dem frei zugänglichen Fotomaterial von Plattformen wie Flickr, Habbo, Facebook & Co. basieren. Als Community Service greift Moo auf die Schnittstellen anderer Plattformen zu und ist unter anderem auf vielen Social Networks zu finden.

In der Kategorie International war die Entscheidung in diesem Jahr schwerer denn je. Bei allen 10 Kandidaten - nominiert waren neben den Genannten noch Etsy, Ebay Match Ups, Mpire, ProductWiki, Smack Shopping, Stylefeeder, Zazzle - handelt es sich um ebenso bemerkenswerte wie zukunftsweisende Konzepte. In diesem Jahr hätten alle Zehn einen Platz auf dem Treppchen verdient.

International wird noch deutlicher als bei den deutschen Kandidaten, dass die Vielfalt im E-Commerce steigt. Es gibt inzwischen mehr als zwei Dutzend vielversprechender Strömungen im E-Commerce, Verkaufsansätze und Shoppingkonzepte, von denen man sich konzeptionell und in der Nutzeransprache sehr viel abschauen kann. Man kann gespannt sein, wie sich die einzelnen Konzepte in den kommenden Jahren entwickeln und wie sich die neuen Ansätze zunehmend ihre eigenen Märkte erobern.

2006 hießen die Exciting Commerce Stars Zlio, Dealjäger und Look-Zippy.

Früherer Beitrag zum Thema:

Shirt.Woot! erhöht Shirtkontingente um weitere 25%

Nach dem neuen Verkaufsrekord vor drei Wochen und einem weiteren Topwert in der letzten Woche hat Shirt.Woot in dieser Woche die Shirt-Kontingente von 1.000 auf 1.250 Shirts pro Wochentag erhöht und in den ersten Tagen dieser Woche (von Montag bis Mittwoch) jeweils sämtliche Shirts ausverkauft.

Erst Mitte November hat Shirt.Woot! die Verkaufsmenge an Wochentagen von 750 auf 1.000 Stück hochgefahren.

In den ersten 5 Monaten seit dem Launch am 20. Juli 2007 hat Shirt.Woot! bis heute mehr als 130.000 T-Shirts im Wert von knapp 1,3 Mio. Dollar verkauft. Eingerechnet sind wie immer nur die auf der Website dokumentierten Verkäufe.

Frühere Beiträge zum Thema:

Shopbörse: Tradoria-Shop bei Ebay unterm Hammer

Wie das Shopanbieter-Blog in diesem Jahr feststellte, stehen vornehmlich kleinere Online-Händler zunehmend vor der Frage, ob sie professionell in den Online-Handel einsteigen oder ihren Shop aufgeben sollen.

Aktuelles Beispiel ist der Tradoria-Shop Shop-Dog. Für den Betreiber ist der Aufwand zu groß geworden. Der Shop für Hundezubehör, der zuletzt eigenen Angaben zufolge mehr als 5.000 Euro Umsatz im Monat gemacht hat, steht daher aktuell bei Ebay zum Verkauf.

Der Gesamtumsatz seit März 2007 beträgt 25.000 Euro, der durchschnittliche Bestellwert 65 Euro. Mehr im Tradoria-Blog und im Shopanbieter-Blog.

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3D-Druckereien für virtuelle Figuren im Überblick

Fabjectory Passend zum erfolgreichen Start des brandneuen World of Warcraft Druckdienstes Figureprints weist Burkhard Schneider auf Fabjectory hin.

Fabjectory ("Virtual Objects in Real Life") druckt Avatare aus Second Life, Wii und Sketchup.

Reality-Service aus Leipzig sowie der Schwesterdienst Rapidobject ("Ideen zum Anfassen") ist bei seinen Charakteren auf keine Plattform festgelegt.

Parallel zu neuen Diensten wie Fabidoo ("Deine industrielle Revolution"), JuJups ("You design it, we make it") und LandPrint ("3D Print Your World!") entstehen auch erschwinglichere 3D-Drucker für den Hausgebrauch.

Neben den Open Source Projekten Fab@Home und RepRap sorgte 2007 vor allem Desktop Factory ("It's a 3D world, print that way") mit seinem Einstiegsmodell für 4.995 Dollar für Aufsehen.

Bisher kommen zumeist die Standarddrucker von Z Corporation und 3D Systems zum Einsatz.

Alles weitere auf der Rapid Prototyping Homepage

Frühere Beiträge zum Thema:

pick!t today: MC-Experte Frank Piller im Video-Interview

Zuletzt gab es kaum deutschsprachige Interviews mit dem Mass Customization Experten Frank Piller, der sich als neuer Inhaber des Lehrstuhls für Technologie und Innovationsmanagement an der RWTH Aachen künftig verstärkt dem Thema Open Innovation widmen wird.

Förderland hat Frank Piller jetzt auf deutsch interviewt


Link: sevenload.com

Bekanntermaßen ist Frank Piller ein großer Fan/Unterstützer von My Virtual Model (s. das Exciting Commerce Porträt von letzter Woche), wie er gegen Ende des Interviews nochmals betont.

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Shopbörse: Ice.com sichert sich 47 Mio. Dollar Venture Capital

Nach Informationen der NY Times hat sich der kanadische Schmuckversender Ice.com 47 Mio. Dollar Venture Capital von Polaris Ventures gesichert.

Mit einem Umsatz von 49 Mio. Dollar (2006) zählt Ice.com, das 1999 gestartet ist, laut Internet Retailer zu den 200 größten Online-Händlern der USA.

2006 hat Ice.com Diamond.com für 9,5 Mio. Dollar übernommen.

Ice.com ist bekannt dafür, alles auszuprobieren, was das Social Web zu bieten hat

Ein ausführliches Porträt brachte zuletzt das Success Magazine. Hörenswerte Podcasts mit dem Gründer Pinni Gwinisch gibt es bei Grokcast, DishyMix, Videos bei der Word of Mouth Organisation WOMMA.

Größter Ice.com-Wettbewerber in den USA ist Blue Nile, mit 251 Mio. Dollar Umsatz (2006).

Frühere Beiträge zum Thema:

Vente-Privée im Clinch mit Wettbewerbern wie 24h00.fr

In Frankreich beginnt die Situation bei den Vente Privée Diensten zu eskalieren. Wettbewerber wie 24h00.fr und Bazarchic werfen Vente-Privée vor, seine marktbeherrschende Stellung zu missbrauchen.

Die Wettbewerber kritisieren, dass Vente-Privée, das in Frankreich einen geschätzten Marktanteil von 90% hat, mit attraktiven Marken Exklusivverträge abschließt und so den Markt für die anderen austrocknet.

Vente-Privée Gründer Jacques-Antoine Granjon hingegen wirft seinen Konkurrenten vor, dass sie innovative Konzepte schamlos abkupfern.

Und entgegnet auf den Vorwurf der Knebelverträge:

"Es steht den Marken völlig frei, nicht exklusiv mit uns zu arbeiten. Wer nicht bereit dazu ist, bekommt einfach weniger günstige Bedingungen."

Zudem bemängeln die Wettbewerber, dass sich Vente-Privée den Begriff "Vente Privée" (Private Sale, Privatverkauf), in Frankreich ein stehender Begriff, als Marke schützen lassen will.

Das Journal du Net (F/D) und Le JDD (F/D) haben in den letzten Tagen ausführlich über die Zwistigkeiten berichtet.

Schon Mitte Dezember zeigte sich Jacques-Antoine Granjon im Gespräch mit Exciting Commerce zunehmend genervt, dass in Frankreich nun Dutzende von Trittbrettfahrern den Markt abschöpfen wollen, den Vente-Privée innerhalb von fünf Jahren mühevoll aufgebaut hat.

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Exciting Facebook: My Virtual Model Goes Social Shopping

Die kanadischen E-Commerce-Pioniere von My Virtual Model haben sich schon in diesem Jahr sehr innovationsfreudig gezeigt und wollen 2008 verstärkt das Thema Social Shopping angehen:

Brandme "My Virtual Model announced its plans to launch a brand new social shopping solution through its existing platforms.

This solution is designed to empower customers, to help retailers and advertisers to merchandise and communicate more effectively with their customers."

Wenn man beide Augen zudrückt, könnte man My Virtual Model (MVM) als einen der ersten Anbieter von Shopping Widgets bezeichnen. Allerdings waren die MVM-Lösungen nie nutzergetrieben und mussten sich auch nicht eigenständig verbreiten.

Technologisch geht das virtuelle Ankleidemodul, das vor allem auf Händler-Seiten zum Einsatz kommt, allerdings sehr weit. Seit Anfang Dezember können die Nutzer sogar mit ihren eigenen Gesichtern arbeiten. Mehr zur MVM-Historie kann man in diesem ausführlichen Interview mit der Gründerin Louise Guay aus dem Jahr 2004 nachlesen.

Seit dem Sommer hat My Virtual Model mit BrandME neben der Händlervariante auch eine Endkundenvariante im Programm und vermarktet sie unter anderem als Facebook-Applikation:

"Its latest product "BrandME, I am the brand" lets users display several brands in their virtual wardrobe and post them on their personal page where visitors can comment on them."

Zwar zählt BrandME mit 30.000 Mitgliedern mittlerweile zu den erfolgreicheren Shoppinganwendungen in Facebook, offenbart allerdings die typischen Schwächen. Von der Selbstdarstellung ("Creating Virtual Models for effective on-line shopping") bis zur Umsetzung merkt man auch BrandME an, dass die Applikation in erster Linie für Händler gemacht wurde, die mehr verkaufen wollen, und nicht für Nutzer, die Spaß am Shoppen haben.

Allerdings zählt My Virtual Model unter anderem Stylefeeder zu seinen Partnern, die mit mehr als 300.000 Mitgliedern mit Abstand führende Social Shopping Anwendung in Facebook.

Man kann also gespannt, was My Virtual Model für 2008 plant.

Frühere Beiträge zum Thema:

pick!t today: Style and Share / Stylecart vor dem Start

Styleandshare Auf den ersten Blick wirkt Style and Share wie ein schwacher Abklatsch von Polyvore. Spannend macht das Konzept allerdings das geplante Stylecart:

"StyleCart is a premium user-controllable shopping cart that lets shoppers freely coordinate products directly in their cart, collecting and arranging multiple items from the online retailer inventory."

In der Stellenbeschreibung klingt das so:

"StyleCart is an innovative interactive shopping cart that interfaces to the Amazon Electronic Commerce System. It is written using the OpenLaszlo rich internet application framework, by the former Chief Architect of the company that designed the platform."

Mode war ein großes Thema im Social Shopping Jahr 2007 - wie die Facebook-Erfolge von Stylefeeder und jede Menge Neustarts zeigen. Hierzulande nimmt sich bisher nur Smatch des Themas an.

(via)

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FigurePrints: 50.000 Vorbestellungen für 3D-gedruckte World of Warcraft-Figuren

Figureprints Was wünscht sich der World of Warcraft Fan dieses Jahr zu Weihnachten? Den eigenen Spielcharakter auf dem heimischen Schreibtisch.

Mitte Dezember ist - nach einem Jahr Vorbereitungszeit - FigurePrints online gegangen, der erste 3D-Druck Service für World of Warcraft Figuren.

FigurePrints ging mit 15.000 Vorbestellungen an den Start. Nach zwei Wochen liegen 50.000 Bestellungen vor. Gerechnet hatten die Betreiber mit 10.000 Bestellungen (à 100 Dollar) im ersten Jahr. Mehr dazu auch im aktuellen PCGamerPodcast

Da der 3D-Druckprozess vergleichsweise langsam ist, und die Betreiber die Nachfrage nicht annähernd erfüllen können, werden die Bestellungen nun nach dem Losverfahren abgearbeitet.

Laut Wall Street Journal ("How 3-D Printing Figures To Turn Web Worlds Real") ist FigurePrints mit 400.000 Dollar finanziert. Mehr über das Startup auch in der Seattle Times

Ein Interview mit dem Gründer Ed Fries bei WoW-Insider. Eindrücke von den gedruckten Figuren bei Blizzplanet

Zwar war es mit einer Open Source Software, auf die auch FigurePrints zurückgreift, auch bisher schon möglich, World of Warcraft Figuren für den 3D-Druck aufzubereiten, allerdings hat FigurePrints den Prozess standardisiert und stellt sicher, dass auch alle Teile wirklich druckbar sind.

Das Wall Street Journal hat ein paar interessante Hintergrundinformationen zur Marktentwicklung:

"For 20 years, 3-D printers have primarily been used in labs and research groups at auto makers, aerospace companies and other design-intensive businesses.

But during the next 12 months, 3-D printing will move closer to the mainstream, thanks to some entrepreneurs and consumer-focused companies like FigurePrints that are building businesses around the machines.(...)

The 3-D printing industry (...), in the past two years alone, has sold around 8,000 machines, or 36% of the industry's two-decade world-wide sales total of 22,000, according to consulting firm Wohlers Associates."

International sind weitere 3D-Druckdienste am Start: JuJups von Genometri ist schon online; LandPrint steht kurz davor.

In Deutschland sind in den vergangenen Wochen Reality Service und Fabidoo (einer der Exciting Commerce Stars 2007) an den Start gegangen. Beide greifen wie alle anderen auf die 3D-Farbdrucker der Z Corporation zurück.

Frühere Beiträge zum Thema:

Hitwise: Social Shopping in den USA im Aufwind

Hitwise hat in dieser Woche erstmals eine ausführliche (Reichweiten-)Analyse für den US Social Shopping Markt veröffentlicht:

Hitwisesocialshopping "The Social Shopping category is still small, receiving less than 1% of the total market share of US visits, but there has been significant growth.

Traffic to the custom category of Social Shopping sites was up 447% for the week ending Dec. 15, 2007 over the previous year.

Among the social shopping sites, the leader is currently Kaboodle, with a 68% market share of total US visits to the category and traffic has increased 210% over the same week last year."

Kaboodle ist in diesem Jahr vom Medienhaus Hearst übernommen worden. Damit lässt sich sicherlich auch der Trafficschub erklären. Zu den reichweitenstärksten US-Diensten zählen laut Hitwise außerdem Buzzilions (8%), ThisNext (7%), ShopWiki (7%) und Stylehive (5%).

Fraglich ist zum einen, ob Buzzilions und ShopWiki als Meinungsportale überhaupt in diese Kategorie gehören. Und ob stattdessen nicht Etsy in der Liste auftauchen müsste.

Generell muss man auch einwenden, dass der Marktanteil innerhalb der Kategorie Social Shopping nur bedingte Aussagekraft hat. Spannender wäre zu wissen, wie beispielsweise Stylehive bei Kennzahlen wie Nutzeraktivität, Verweildauer, etc. im Vergleich zu anderen Modeseiten abschneidet.

Sehr schön zeigt die Übersicht allerdings, welche Shops welcher Kategorien heute schon am meisten von Social Shopping profitieren.

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Exciting Times: Kayak übernimmt Sidestep für 200 Mio. Dollar

Metasearchengines Ein bisschen offtopic, weil Exciting Commerce die Entwicklungen im Online Reisemarkt normalerweise nicht aktiv begleitet, diese Nachricht ist allerdings eine Meldung wert:

Das Startup Kayak ("Life´s a trip"), 2005 von drei Orbitz, Travelocity und Expedia-Gründern aus der Taufe gehoben und seit April 2007 auch in Deutschland vertreten, übernimmt den Konkurrenten Sidestep ("The traveler´s search engine"), 2000 gestartet, für 200 Mio. Dollar.

Beide Unternehmen bringen neuen Schwung in den Reisemarkt. Mit ihren Metasuchmaschinen wollen sie den Nutzern eine marktneutrale Sicht auf den gesamten Reisemarkt bieten. Sie versuchen also - im Gegensatz zu klassischen Reiseanbietern (Thomas Cook, TUI, etc.) und Reiseportalen wie Expedia & Co. - den Markt vollständig abzudecken. Sie können dies, weil sie in der Regel nicht provisionsoptimiert arbeiten müssen.

Nachdem die ersten Versuche in der ersten Internetwelle vergleichsweise fruchtlos verlaufen sind, sind im Bereich der Metasuchmaschinen seit gut zwei Jahren wieder verstärkt Aktivitäten zu spüren (s. Chart vom August 2007). Kayak & Co. versprechen sich, Expedia und andere irgendwann einmal abzulösen.

Kinkaa ("Deine Reise") ist ein weiteres Startup in diesem Bereich (s. Interview bei Förderland).

Interessanterweise hat Amadeus, einer der Big Player im Markt für Reisetechnologie und Buchungssysteme vor einem Jahr die Meta Pricer Technologie auf den Markt gebracht, die u.a. bei Kayak zum Einsatz kommt. Es ist also noch einiges zu erwarten in dieser Richtung.

2007 war ohnehin eines der spannendsten Jahre im (Online-)Reisemarkt. Prägend waren nicht nur die Fusionen der Branchenriesen Thomas Cook und MyTravel sowie TUI und FirstChoice. Auch online entstehen gerade jenseits von Expedia neue Giganten, weil einstige Technologiedienstleister (wie Amadeus, Sabre, etc.) verstärkt ins Endkundengeschäft einsteigen und umgekehrt.

In eigener Sache: Internetköpfe 2007

InternetkoepfeWer vorzugsweise im Hintergrund arbeitet und dachte, er hätte sich auch in diesem Jahr wieder erfolgreich sämtlicher Video-Interviews und Fotoaktionen entziehen können, für den ist es ein ziemlicher Schock, sich nun derart prägnant in der Jahresendliste der "52 wichtigsten Köpfe der Internetbranche" wiederzufinden.

Aber natürlich trotzdem herzlichen Dank an die Kollegen von der Internet World Business für die mehr als überraschende, öffentliche Würdigung.

Was waren das für Zeiten, als es noch vollkommen ohne Foto ging ;-)

pick!t today: Zanox auf den Spuren von Zlio

Neteco in Frankreich berichtet heute (F/D), dass der zu Springer gehörende Affiliate-Dienstleister Zanox eine Social Commerce Plattform im Stil von Zlio gestartet hat, bei der sich Nutzer im Affiliate-Sortiment bedienen können und eigene Verkaufsshops einrichten und darüber Produkte empfehlen können.

In der Umsetzung unterscheidet sich myshop.zanox.de von Zlio & Co., kann aber zum Launch auf die Unterstützung der Bildzeitung bauen.

Hier einige der bisherigen Beispielshops, die allerdings noch weitgehend unkonfiguriert aussehen. Aber was ja nicht ist, kann ja noch werden.

Vor kurzem ist Handeln.de mit einem ähnlichen Konzept an den Start gegangen. Amazon und MyTradoria verfolgen bereits seit längerem entsprechende Ansätze für ihre eigenen Plattformen.

Zlio will Anfang 2008 in Deutschland loslegen.

Frühere Beiträge zum Thema:

Luupo ist der Innovationstreiber der Innovationstreiber

Die Exciting Commerce Stars 2007, die Innovationstreiber des Jahres, sind seit gestern bekannt. Doch was heißt schon innovativ? Bzw. wer könnte das besser beurteilen als die, die es selber sind?

In der vergangenen Woche haben wir daher die nominierten Startups befragt, welche der nominierten Konzepte sie denn selber für besonders innovativ halten. Die Teams sollten bewusst schnell und spontan entscheiden und alle 10 Nominierten ausschließlich nach ihrem Innovationsgrad einordnen.

Die Ergebnisse sind schon deshalb sehr bemerkenswert, weil man kaum ein kundigeres und unvoreingenommeneres Entscheidungsgremium finden wird.

Am häufigsten unter die Top 3 schafften es Amiando (5x), Luupo (4x) und Trade-a-Game (4x). Wenn man jedoch alle Platzierungen berücksichtigt und sie nach dem Grand-Prix-Schlüssel (12 Punkte für den Erstplatzierten, 10 Punkte für den Zweiten, 8, 7, 6, 5 etc. Punkte für die weiteren Platzierungen) auswertet, dann ergibt sich folgendes, durchaus eindeutige Bild.

Die Innovationstreiber der Innovationstreiber:

1. Luupo (67 Punkte)

2. Amiando (65 Punkte)

3. Trade-a-Game (60 Punkte)

Dahinter folgen auf den Plätzen:

4. Fabidoo (57 Punkte)
5. Deutschland klickt (51 Punkte)
6. Tradoria (50 Punkte)
7. Smatch (48 Punkte)
8. Guut.de* (48 Punkte)
9. Brands4Friends* (39 Punkte)
Der Schmuckkanal lief als TV-Konzept außer Konkurrenz

* Das Abschneiden von Brands4Friends und Guut.de lässt sich dadurch erklären, dass sie in Vente-Privée und Woot! zwei starke internationale Vorbilder haben und daher von vornherein als weniger innovativ eingestuft wurden. Nichtsdestotrotz sind beide Startups hierzulande führend in ihren jeweiligen Kategorien.

Nicht minder interessant ist auch die Innovationsmatrix: Wer wird von wem favorisiert bzw. wer konnte sich wie häufig unter den Top 3 platzieren?

Innovationsmatrix

Vielen Dank an alle Gründer, die sich trotz Vorweihnachtsstress an der Abstimmung beteiligt haben!

[Ursprünglich sollte die Abstimmung nur ein Experiment sein. Doch die Ergebnisse liefern ein so facettenreiches Stimmungsbild, dass wir überlegen, die Exciting Commerce Stars künftig nur noch auf diese Weise zu küren.]

Frühere Beiträge zum Thema:

Exciting Commerce Stars 2007 - Die Innovationstreiber National

Was waren 2007 die Shoppingkonzepte mit der höchsten Innovationskraft? Von welchen Ideen erwarten wir uns die größten Impulse? Oder anders gesagt: Welche Konzepte erlauben heute schon einen Blick in die Zukunft des E-Commerce?

Auf Basis der Auswahlliste und der 10 Nominierten hier unsere drei Favoriten des Jahres 2007.

[Wie immer gilt: Exciting Commerce bewertet ausschließlich die Innovationskraft und das Zukunftspotenzial. Ausgezeichnet werden daher nicht immer die heute erfolgreichsten und profitabelsten, sondern die - auf Drei- bis Fünfjahressicht - wegweisenden Ideen und Ansätze.]

Exciting Commerce Stars 2007 - Die Innovationstreiber National:

  1. Smatchthumb Smatch
    (Kategorie Social Commerce; alle Smatch Beiträge)
    Unser klarer Favorit für 2007. Smatch ("Wie einkaufen, nur besser") will nicht mehr und nicht weniger als den Modekauf revolutionieren und schafft es auf besondere Weise, klassische Shoppingelemente mit sozialen Elementen zu kombinieren. Die Nutzer können sich eigene Outfits und Styles zusammenstellen und sich mit anderen Nutzern austauschen. Smatch eignet sich für den zielgerichteten Einkauf ebenso wie für einen ausgiebigen Bummel. Die innovative Leistung von Smatch liegt im konsequenten Aufgreifen und Weiterdenken aktueller E-Commerce Strömungen und der Übertragung der Ansätze auf hiesige Marktverhältnisse.
  2. FabidoothumbFabidoo
    (Kategorien Mass Customization, Social Commerce; alle Fabidoo Beiträge)
    Auch international betrachtet zählt Fabidoo zu den Pionieren im 3D-Druck und hat es als einer der ersten Anbieter geschafft, in diesem Bereich ein wirklich endkundentaugliches Konzept auf den Markt zu bringen. Die Nutzer können auf einfache Art und Weise persönliche Glücksbringer und individuelle Anhänger gestalten. Dem Fabidoo-Team ist es gelungen, von der flexiblen Sortimentsgestaltung angefangen über die einfach zu nutzende 3D-Konfiguratorlösung bis hin zur Integration von sozialen Elementen ein mehr als durchdachtes Konzept auf den Markt zu bringen, ohne sich künftigen Entwicklungen zu verschließen.
  3. GuutthumbGuut.de
    (Kategorie Live Shopping; alle Guut Beiträge)
    Kaum jemand hat in den letzten Monaten ein besseres Gefühl dafür entwickelt, ein wirkliches Live Shopping Erlebnis zu vermitteln. Guut.de schafft es, seine Nutzer in Bann zu ziehen und eine Spannung und ein Communitygefühl aufzubauen, wie es hierzulande einzigartig ist im E-Commerce. Bemerkenswert auch die Nutzerorientierung: Schon kurz nach dem Start haben die Guut-Macher begonnen, ihre komplette Sortimentsplanung umzuwerfen und weitaus nutzerorientierter zu agieren als sie es vielleicht ursprünglich geplant hatten. Das zeichnet einen Live Shopping Dienst aus.

Herzlichen Glückwunsch an die drei Gewinner und vielen Dank an all die anderen (E-Commerce-)Teams, die im vergangenen Jahr für Furore gesorgt haben. Alles Gute für die erfolgreiche Etablierung der Konzepte!

Einige Anmerkungen: Bei der Entscheidung handelt es sich um eine redaktionelle Entscheidung. Eingeflossen sind neben der Berücksichtigung wegweisender Branchentrends und der Beurteilung der einzelnen Konzepte ausführliche Gespräche mit den Teams sowie die kontinuierliche Beobachtung der Startups über die vergangenen Monate hinweg.

Die Innovationstreiber der Innovationstreiber
Da es sich jedoch um eine Fachentscheidung handelt, die naturgemäß in keinster Weise repräsentativ sein kann, war es uns wichtig, eine zusätzliche Meinung einzuholen. Wir haben daher in der vergangenen Woche die nominierten Innovationstreiber befragt, welche der 10 nominierten Startups sie denn selber für innovativ halten. Die bemerkenswerten Ergebnisse dieser Befragung und den "Innovationstreiber der Innovationstreiber" gibt es in den kommenden Tagen.

Generell lässt sich feststellen, dass der Herbst das wieder gut gemacht hat, was vor allem in den Sommermonaten an wirklich unsäglichen und unausgereiften Ideen und billigen Kopien auf den Markt gekommen ist. Von den sommerlichen Aussetzern einmal abgesehen, lässt sich jedoch eine grundsätzliche Steigerung der Qualität feststellen. Im Schnitt kommen auf 10 Startups ein bis zwei herausragende Konzepte. Erfreulich in diesem Jahr: Die ersten Gründer beginnnen wirklich weiterzudenken und E-Commerce neu zu denken. Bestes Beispiel sind einige der Nominierten in den anderen E-Commerce Bereichen: Amiando, Brands4Friends, Deutschland klickt, Luupo, Der Schmuckkanal (TV), Trade-a-Game, Tradoria.

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HSE24: Mit Quelle-Unterstützung auf Rekordkurs

Erstmals in seiner zwölfjährigen Unternehmensgeschichte wird der Shoppingsender HSE24 in diesem Jahr die Umsatzmarke von 300 Mio. Euro knacken und 2007 sein bisher bestes Jahresergebnis abliefern. Das kündigte Geschäftsführer Richard Reitzner gegenüber der österreichischen Presse an.

HSE24 dürfte dabei 2007 neben der QVC-Schwäche vor allem von Cross Promotion Effekten mit dem Quelle Versand profitiert haben. Seit HSE24 Teil der Primondo-Gruppe ist, wirbt Quelle intensiv für HSE24. Im Gegenzug werden HSE24-Kunden motiviert, auch bei Quelle zu bestellen.

Passend dazu hat Arcandor heute die Geschäftszahlen für das dritte Quartal und das verkürzte Geschäftsjahr 2007 vorgestellt. Wie gewohnt verschleiern die Unterlagen (PDF) allerdings mehr als sie erhellen.

Bezeichnend ist die Argumentation: Während die Umsatzrückgänge bei der Warenhauskette Karstadt auf einmalige Sondereffekte (Die Jubiläumsaktion "175 Jahre Karstadt") im Jahr 2006 zurückgeführt werden, wird das ebenso erfreuliche wie überraschende Umsatzwachstum bei Quelle als "erfolgreiche Trendwende" gefeiert.

Ob es sich dabei um eine tatsächliche Trendwende oder wegen der in diesem Jahr laufenden Jubiläumsaktion "80 Jahre Quelle" ebenfalls um einmalige Sondereffekte handelt, werden wir dann wohl frühestens in einem Jahr herausfinden.

Interessantes Detail am Rande: Gegenüber der Wiener Zeitung sagte HSE24-Chef Richard Reitzner, dass in den bisherigen fünf Quelle Küchenshows bei HSE24 im Schnitt 50 Küchen à 6.500 Euro verkauft wurden.

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Ideeli und Gilt Groupe: Zwei US Shopping Clubs legen los

Shopping Clubs sind sicherlich der Trend im Impulsshopping des Jahres 2007. Zumindest in Europa, wo in diesem Jahr Dutzende von Vente Privée Clubs finanziert worden sind.

Jetzt ziehen die USA nach: In diesen Tagen sind mit Ideeli und Gilt gleich zwei US-Clubkonzepte am Start.

Der E-Commerce Report der NY Times berichtet heute über Ideeli, das Luxusmarken zu Discountpreisen vertreibt. "Woot! Meets The Devil Wears Prada", beschreibt cnet das Prinzip.

Gegen eine Abo-Gebühr von 8 Dollar monatlich bekommen besonders interessierte Ideeli-Nutzer Vorabzugriff auf die Schnäppchenangebote. Laut NY Times zahlte in den Vorabtests jeder zehnte Nutzer dafür, eine Stunde vor dem allgemeinen Verkauf einkaufen zu dürfen. Ideeli hat sich Venture Capital in Höhe von 3,8 Mio. Dollar gesichert.

Mit 5 Mio. Dollar ist kürzlich die New Yorker Gilt Groupe finanziert worden. Der Shopping Club ist schon seit Anfang November online, und er orientiert sich weitaus stärker am Vente-Privée Ansatz als Ideeli. Mehr auch im Interview mit den Gründerinnen

In Deutschland sind Vente Privée Verkäufe schon seit Mitte 2006 ein Thema im E-Commerce. Zuletzt sind Brands4Friends und Limango online gegangen.

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pick!t today: Zlio benennt Country Manager für Deutschland

Anfang 2008 will der französische Social Commerce Dienst Zlio in Deutschland starten.

Auf der Web 2.0 Expo in Berlin war dem Zlio Gründer Jeremie Berrebi nur zu entlocken, dass der Deutschland-Start von Münster aus vorbereitet wird.

Inzwischen ist auch der Name des Country Managers spruchreif:

"Ab Januar 2008 wird Alexander Kösters verantwortlich sein für die zukünftige Dependance von Zlio.com in Deutschland.

Alexander Kösters hat in den letzten 5 Jahren die Unternehmensbereiche Befree und Commission Junction der ValueClick Gruppe erfolgreich am deutschen Markt begleitet.

Zuvor begann er seine berufliche Laufbahn bei der Internet Agentur Framfab in Köln als Consultant und Projektleiter." (Pressemeldung, vorab via Mail)

Als Exciting Commerce Star 2006 genießt Zlio unsere besondere Aufmerksamkeit. Das französisch-israelische Startup verfolgt einen der vielversprechendsten Social Commerce Ansätze.

Deutschland soll nach den USA und Großbritannien das dritte internationale Standbein werden. In Frankreich ist in der vergangenen Woche die neue Zlio Version online gegangen.

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Handmade 2.0 im New York Times Magazine

In einem ausführlichen Porträt geht Rob Walker (bekannt durch seine "Consumed"-Kolumne) heute im New York Times Magazine dem Handmade 2.0 Phänomen nach:

"Listening to the discussions at the Craft Congress, it seemed to me that while there’s a case to be made that this is an art movement, or an ideological movement, or a shopping movement, it is also — and probably fundamentally — a work movement."

Zu lesen gibt es sehr viel Erhellendes über Etsy & Co, u.a. auch ein paar Einblicke in die Arbeit von Emily Martin, einem der Stars der Szene und ihren Etsy-Store "Black Apple", über den sie bisher 10.000 ihrer Werke verkauft hat:

"The real lesson of the Black Apple may be not how many Emily Martin stories there have been (not many) but how many people figure that they, too, can achieve what she has (lots)."

Auch auf einige der Schattenseiten geht er ein: Denn nicht alles, was gut für Etsy ist, muss auch gut für seine Verkäufer sein:

"It’s no surprise that Etsy has detractors. Some point out that for all the talk of consumers wanting to escape mall-fueled conformity Etsy’s online-mall format amplifies market-driven trends.

(Images of birds, especially owls, are inexplicably popular. One crafter told me she was sick of making the same owl over and over — but that’s what her customers wanted.)

Others grouse about another side effect, price pressure: The competition is so intense on the site that new crafters can’t break out, and some established ones feel they cannot raise their prices."

Eine der umfassendsten Reportagen zum Thema. Sehr lesenswert!

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Guutrausch: 50 PS3 in 1 Minute, 20 Wii in 10 Sekunden

Tim Rohrer hat die Ergebnisse vom ersten Guutrausch im Guut-Insider-Blog veröffentlicht:

"Hier exklusiv ein paar interessante Statistiken zum ersten Guutrausch am vergangenen Dienstag:

  • Besucher an diesem einen Tag: 27.000
  • Seitenaufrufe: 384.511 (das entspricht ca. 15 Seitenaufrufen pro Besucher)
  • Kommentare zu allen Produkten: 2400
  • Umsatz: Im mittleren 5-stelligen Bereich
  • Verschiedene Produkte im Angebot: 12
  • Meistverkauftes Produkt: Artwizz PowerPhones - 150 Stück
  • Schnellster Ausverkauf: 50 Stück der PS3 in 1 Minute ausverkauft und 20 Wii in 10 Sekunden

Also, mir persönlich hat die Aktion gut gefallen. Ich hatte das Glück an dem Tag bei guut vor Ort zu sein. Und glaubt mir, das war wahnsinnig spannend. Ich schätze mein Puls lag die ganze Zeit bei über 120. Die PS3 habe ich kurz aufflackern sehn, dann war sie weg. Konnte ich nicht glauben…"

Mehr bei Guut-Insider

[PS: Für eingefleischte Web 2.0 Fans: Tim Rohrer versteigert gerade bei Ebay sein Zpeech-Projekt. Mehr darüber bei Blognation]

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Luupo startet spannende Kooperation mit T-Online

Luupobutton Das Luupo-Modell der verdeckten Preise fasziniert die Branche nach wie vor.

Denn Händler, die mit Luupo kooperieren, eröffnen sich ein spannendes Verkaufsmodell, ohne dabei selber an Marge einzubüßen.

Deshalb bietet Luupo kooperierenden Händlern inzwischen an, für Produkte, die sie auch bei Luupo anbieten, in ihrem Shop Luupo Buttons ("In den Warenkorb oder Preis senken!") zu platzieren.

So haben die Kunden die Möglichkeit, das Produkt bei Luupo günstiger zu erwerben, ohne dass der Händler einen Preisnachteil hat.

Aktuell ist das Prinzip gut zu sehen beim Acer Monitor im T-Online-Shop.

Durch diese und andere Kooperationen fühlt sich Luupo, das Ende Juli gestartet ist, auf einem guten Weg. Gegenüber Exciting Commerce nennt Luupo Geschäftsführer Jörn Kunst auch erste Umsatzzahlen, die ohne große Marketingaufwendungen erzielt wurden:

"Nach 4,5 Monaten haben wir mittlerweile über 12.000 aktivierte User, die über 1000 Angebote erworben haben.

Etwa 130.000 Euro haben wir bisher als Bruttoumsatz auf LUUPO machen können."

Nach den gelungenen Tests in der Startphase will Luupo das Sortiment zügig ausweiten und bald weitere Kooperationen eingehen. Derzeit halten sich die Umsätze in den beiden Rubriken Gewinnkauf und Sofortkauf in etwa die Waage.

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pick!t today: Das neue Zlio unter der Lupe

Paulinepauline ist des Französischen mächtig und hat daher die in dieser Woche gestartete, neue Zlio-Version etwas genauer unter die Lupe nehmen können.

Wie immer sehr informativ und spannend zu lesen:

Zliofamily

"Auf der Startseite werden ein paar ausgewählte Shops zum durchscrollen vorgestellt, im Anschluss folgen ein paar Auflistungen (Reiter), sortiert nach “am schnellsten steigend”, “die besten des aktuellen Wettbewerbs”, “zuletzt hinzugefügt” und die “stars” - die Shops mit den allermeisten Votings ever.

Darunter findet sich eine Art News-Feed, wie man ihn von Facebook kennt, der die letzten Aktivitäten der Plattform zeigt. Wie man sieht (und vielleicht versteht), zeigt dieser Feed User, die gerade einen Shop hinzugefügt haben, einen Shop gevotet oder als Favorit markiert oder kommentiert haben."

Diese Version gibt es aktuell nur in Frankreich. Die internationale Zlio-Version folgt vsl. im Jan