Social Graph: Gesellschaftliche Strukturen für das Web
Für den Informatiker sind die Zeiten hochspannend. Denn die Computerwissenschaften setzten bisher vor allem auf zwei Dimensionen: Daten und Funktionen. Datenverarbeitung hieß das in grauer Vorzeit - und sehr viel hat sich an diesem Denkansatz in den letzten 40 Jahren nicht verändert.
Jetzt kommt eine dritte Dimension hinzu. Computernetzwerke müssen mit einer "sozialen" Dimension, also "gesellschaftlichen" Strukturen, zurechtkommen. Der Mensch und seine mannigfaltigen Beziehungen. Und zwar nicht nur die Art der Beziehung (Freund, Familie, Kollege, etc.), sondern auch deren Qualität (guter Freund, etc.).
Wie lassen sich gesellschaftliche Beziehungsstrukturen abbilden, aus bestehenden Informationen ableiten und neuen Anwendungen erschließen? Mit derlei Fragestellungen beschäftigen sich die Social Networking bzw. "Open Social" Experten bei Facebook, MySpace, Google & Co.
Kevin Marks von Google hat auf der LIFT-Konferenz sein Verständnis der Problematik vergleichsweise anschaulich erläutert. Denn interessanterweise gehen intensive Social Network Nutzer zunehmend davon aus, dass "das System" schon weiß, wie das Verhältnis der Nutzer untereinander aussieht.
Passend dazu hat Google kürzlich die Social Graph API vorgestellt, die davon ausgeht, dass Webseiten nicht nur Dateninhalte repräsentieren, sondern auch Personen: "Mein Blog bin ich", "Mein Facebook-Profil bin ich", "Dein Blog verweist auf mein Blog", "Du kennst mich", ... Wie gut? Das wäre dann die nächste Frage.
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