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Produki: Was bringt uns die nächste Social Shopping Welle?

Nachdem so ziemlich alle deutschen Social Shopping Seiten der ersten Generation - DaWanda mal ausgenommen - momentan ziemlich neben der Spur liegen, wird es Zeit für die nächste Innovationswelle in diesem Bereich.

Zu hoffen bleibt, dass es sich diesmal nicht ausschließlich um eine Featureschlacht handelt (s. Roberts "gähnialen" Beitrag dazu), sondern dass die Gründer auch mit guten Vermarktungsideen kommen. Oder anders gefragt: Was macht Social Shopping sexy für den Nutzer? Wir warten immer noch auf ein supersimples, supersexy Konzept in diesem Bereich. Dealjäger kam diesem Anspruch bisher sicherlich am nächsten. Danach kam - bis auf Iliketotallyloveit und Smatch - nicht mehr viel.

In Kürze will Produki ("Wir lieben Produkte") loslegen - und kommt einem in vielerlei Hinsicht bekannt vor. Den Claim kennen wir von Autoki ("Wir lieben Autos"), das Konzept klingt nach einer Mischung aus Productwiki, was den Wiki-Ansatz angeht, und nach Bazaarvoice, was die Fragen & Antworten angeht. Hinzu kommen Digging- und klassische Social Shopping Funktionalitäten, Revenue Sharing, etc.

Alles weitere verraten die Gründer - Nico Zorn und Roland Schäfer - vorab in einem Video vom Webmontag in Bonn:

Wiki-Konzepte im Social Commerce sind schwieriger ins Laufen zu bekommen als alles andere in diesem Bereich. Gespannter als auf das endgültige Konzept sind wir daher in diesem Fall auf die Einführungskampagne. Im Video zumindest klingt alles noch sehr nutzwertig; ein Funke springt noch nicht über. Die Screenshots aber wirken zumindest schon mal nicht unspannend.

Apropos: Die letzte Idee, die uns im Bereich Social Shopping wirklich begeistert hat, waren Amazons Customer Communities auf Basis von Produkttags.

Frühere Beiträge zum Thema:

Kommentare

Lieber Jochen Krisch,

vielen Dank für die herausragenden Artikel, gerade in den letzten zwei Wochen! Dieses Blog bringt die Qualität und den Informationsgehalt, den ich mir als Leser so sehr wünsche.

Nur der Link auf Robert Basics Ingenieur-Bashing hat mich geärgert. Roberts Einschätzung ist grundlegend falsch. Leider ist seine abschätzige Haltung gegenüber der "Ingenieursdenke" aktuell in Deutschland sehr verbreitet, gerade auch unter den Kapitalgebern, die das Elevator-Statement zum Fetischismus erhoben haben. Da muß ich einfach mal was dagegen sagen.

Tatsächlich haben wir in der deutschen Startup-Szene nicht zuviel Ingenieurdenken, sondern viel zu wenig! Woher kam denn die Innovation im Internet und in der IT? Larry Page und Sergej Brin (Google), Marc Zuckerberg (Facebook), Jack Dorsey (Twitter), Yang und Filo (Yahoo) Pierre Omidyar (Ebay), Jeff Bezos (Amazon), durch die Bank Techniker. Bill Gates hat den ersten MS-Basic-Interpreter in Assembler geschrieben, Steven Jobs Platinen entworfen und gelötet. Die einzige Ausnahme weit und breit ist Larry Ellison - der ist aber auch nicht technisch unbegabt, schließlich kann er eine MIG fliegen.

In Deutschland wurde SAP von den Programmierern Hasso Plattner und Co. gegründet. Danach kam nix mehr. Davor die großen alten Namen, Bosch, Siemens, Daimler, alles Ingenieure.

Technologie ist eine Grundvoraussetzung für Innovation - obwohl natürlich nicht die einzige. Deutschland war früher synonym mit Innovation. Heute macht sich Techcrunch über Deutschlands fehlende Innovationskraft lustig - so ungerecht das sein mag, es ist schon was dran. Und schuld daran sinn bestimmt nicht die Ingenieure.

So, das mußte mal raus. Ansonsten freue ich mich auf die nächsten Artikel hier!

Viele Grüße
FFD

Vielen Dank für die Komplimente - und vielleicht ein paar Worte zur Klarstellung, denn ich stimme in allen Punkten zu. Mir fehlt die Ingenieurdenke in der deutschen Startupszene auch. Und zwar genau aus denselben Gründen.

Wenn ich Robert richtig verstanden habe und so zumindest habe ich seinen Beitrag interpretiert, geht es ihm nicht um Ingenieurbashing, ganz im Gegenteil, er kommt ja selber aus der Techie-Ecke, sondern um die grassierende Featuritis und die dahintersteckende Denke, sich lieber um das x-te ("unnütze") Feature zu kümmern als darum, was die Nutzer wirklich wollen/brauchen.

Als jemand, der selber einen Technikhintergrund hat, würde ich mir jede Menge mehr technologischer Innovationen wünschen. Ein Grund, warum ich ja auch neben dem Kernthema des Blogs ("Verkaufskonzepte") mal ganz gerne auf technologisch neue Ansätze und Themen wie die virtuelle Weinverkostung oder 3D-Printing, etc. eingehe.

Hier (bzw. bei den obigen Beispielen) geht es um Kerntechnologien und neue technologische Ansätze, wo wirkliche Ingenieurskunst gefragt ist.

Planlos irgendwelche Features abzukupfern, nur weil sie vermeintlich zum Standard gehören, ist für mich keine Ingenieurleistung. Zumindest keine, die man hochhalten müsste.

Ok, vielleicht habe ich dem Robert unrecht getan. Mit der Featuritis hat er natürlich recht...

zu Produki: "Wir lieben Produkte" ist ja mal ein richtig schlechter Claim, oder? Ich hoffe, den Machern fällt bis zum Onlinestart noch etwas Besseres ein. Ich meine, wer würde schon von sich behaupten, so ganz allgemein "Produkte" zu lieben? Da wird mir die Identifikation mit Produki schon mal vom Start weg verdammt schwer gemacht.

Die "Produktliebe" ist den Gründern aber auch nicht auszutreiben. Genauso wenig, wie die Tatsache, dass es schon genügend produktfixierte Angebote gibt. Deswegen bin ich ja gespannt, wie Produki die "Herzen der Nutzer" erobern will.

mmh, ich freue mich über den copycat claim...

Vielen Dank für die Vorstellung von produki, hat uns sehr gefreut! Was den Slogan betrifft: Keine Sorge, das ist noch ein Platzhalter - wir sind zuversichtlich, bis zum Launch einen etwas kreativeren Slogan entwickelt zu haben ;-)

Ha, zu früh gefreut!

@Nico: Speziell von Dir erwarte ich mir natürlich einen großen Wurf :-)

@Jochen: Irgendwie habe ich das befürchtet ;-)

Deals.de ist schon eingestampft.

Hallo nHerr Krisch,

ein Satz in Ihrem Artikel ist meiner Ansicht nach nicht ganz richtig - die "Wir lieben..."-Werbewelle hat sicherlich nicht autoki losgetreten, sondern eher ProSieben (We love to entertain you) oder Tele 5 (Wir lieben Kino). Ansonsten trifft vieles, wie immer, den Kern!

LG von doctea

@Andreas: Danke für den Hinweis. Noch gar nicht gesehen. Kommt in den Topf von Myselect

@doctea: Ich fand mehr die Kombination "...ki & Wir lieben ..." bemerkenswert. Ansonsten wäre mir noch "Wir lieben Lebensmittel" von Edeka eingefallen.

Warum macht Jochen Kirsch immer so ein Hype um Startups, wie "Produki", die keinen Mehrwert darstellen?

Produki ist doch nicht anderes als den Produktberater von CNet/Crowdstorm

Jochen Kirsch kennen wir nicht ;-) Falls es nicht aufgefallen ist: Das war einer der kritischsten Artikel seit langem zum Thema. Ich wüsste nicht, wo hier Hype rauszulesen ist.

Manueller Trackback: http://www.nicozorn.com/2008/04/21/in-eigener-sache-2-produki/

@Linda: Ob es uns gelingt, einen Mehrwert darzustellen oder eben nicht, kann man vermutlich noch etwas besser beurteilen, wenn produki online ist. Gegen einen Hype hätten wir zwar im Grunde nichts einzuwenden (;-), wir freuen uns aber auch über kritische Beiträge wie diesen hier.

Sorry, Typepad ist momentan extrem streng mit Trackbacks.

@Nico: Spannend finde ich im übrigen, wie Du in Deinem Beitrag ausführst, dass Ihr Euch mit Produki auf den After Sales Bereich konzentrieren wollt.

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