Limango-Geschäftsführer Johannes Ditterich im Interview
Im Dezember ist Limango als erster deutscher Shopping-Club für junge Familien an den Start gegangen. Im Interview berichtet Johannes Ditterich, neben Sven van den Bergh und Martin Oppenrieder einer der drei Limango-Gründer, über die ersten Erfahrungen und die nächsten Pläne:
Exciting Commerce: Was haben denn exotische Früchte mit Baby-Klamotten zu tun?
Johannes Ditterich: "In der Tat erinnert der Name unseres Shopping-Clubs an exotische Früchte. Es handelt sich aber um einen Fantasienamen. Wir haben uns lange überlegt, welcher Name am besten zu einem Club passt, der sich speziell an junge Familien richtet und sich damit von anderen Private-Shopping-Communities differenziert. Limango weckt bei den meisten Menschen positive Assoziationen, ist leicht zu merken und bleibt im Gedächtnis haften."
Exciting Commerce: Besonders für frisch gebackene Eltern?
Ditterich: "Den Anzug von Hugo Boss bekommt man doch immer wieder günstig im traditionellen Schlussverkauf. Für Familien gibt es aber kaum Discount-Angebote. Dabei haben die doch gerade das Problem, dass in der Regel ein Verdiener ausfällt und ein Kostenpunkt hinzu kommt. Außerdem wollen die Eltern immer nur das Beste für Ihre Kinder und das sprengt dann eben schnell das Familienbudget. An dieser Stelle können wir helfen."
Exciting Commerce: Junge Familien sind also die besseren, weil treueren Kunden?
Ditterich: "Unsere Kunden sind uns dankbar, wenn wir ihnen jede Woche einen Newsletter mit neuen Schnäppchen schicken. Das ist ein großer Unterschied zu einem normalen E-Retailer. Wir gehen davon aus, dass uns unsere Kunden sehr lange treu bleiben und oft einkaufen."
Exciting Commerce: Weil Ihr Angebot so unwiderstehlich ist?
Ditterich:"Spielzeug geht schnell einmal kaputt und Kinder wachsen aus Baby-Klamotten einfach irgendwann heraus. Unsere Zielgruppe von Eltern mit Kindern zwischen null und zehn Jahren ist damit immer wieder zu Anschaffungen gezwungen. Und genau hier setzen wir an. Außerdem leben wir von Empfehlungen. Und der Kindergarten ist nun einmal ein idealer Platz, wo sich Väter und Mütter austauschen und Einkaufstipps geben können."
Exciting Commerce: Wie oft kaufen ihre Nutzer im Schnitt bei Limango ein?
Ditterich:"Manche Nutzer haben in den letzten Wochen achtmal bestellt, andere wiederum seit unserem Start im vergangenen Dezember gar nicht mehr. Es ist schwierig nach so kurzer Zeit schon aussagekräftige Zahlen zu nennen. Ich kann aber verraten, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt sehr zufrieden mit der Resonanz unserer Kunden sind."
Exciting Commerce: Mit welchen Argumenten bringen Sie Hersteller eigentlich dazu, über Ihren Shopping-Club Markenware zum Schnäppchenpreis anzubieten?
Ditterich: "Da bei uns die Preise nicht öffentlich sind, setzen sich die Händler durch ihre Angebote auch keinem Preisdruck aus. Es entsteht also kein Nachteil. Vielmehr können Händler sich bei uns neue Käuferschaften erschließen. Wer bislang keine teuren Markenprodukte im Handel gekauft hat, schlägt bei uns zu. Und kauft dann vielleicht auch später im Laden Produkte derselben Marke. So kann der Hersteller treue Kunden gewinnen, die auf starke Marken setzen."
Exciting Commerce: Aber besteht denn langfristig nicht die Gefahr, dass der klassische (Online-)Handel gegen das Preisdumping der Shopping-Clubs rebelliert?
Ditterich: "Der klassische Vertrieb kann auch von uns profitieren, wenn Kunden durch Sonderangebote angeregt und zu Fans einer Marke werden. Außerdem hat es solche Situationen doch immer schon gegeben: Auch im klassischen Handel werden Sonderaktionen durchgeführt, bei denen etwa Nivea-Handreme günstiger verkauft wird oder Saturn eine bestimmte Digitalkamera für einen begrenzten Zeitraum weit unter dem sonst üblichen Preis anbietet."
Exciting Commerce: Der Markt für Shopping-Clubs beginnt also gerade erst zu boomen?
Ditterich: "Zum Jahresende wird es sicher deutlich mehr Anbieter geben als heute. Allerdings haben nur Shopping-Clubs in Nischenmärkten noch eine Chance. Bei breit aufgestellten Anbietern mit buntem Sortiment wird es schwierig, da der Markt bereits abgedeckt ist. Hier werden auch in Zukunft Vente Privée und vielleicht BuyVIP den Markt dominieren."
Exciting Commerce: In welchen Märkten rechnen Sie also mit weiteren Anbietern?
Ditterich: "Ich könnte mir gut vorstellen, dass ein Shopping-Club für Veranstaltungen startet. Wo Nutzer beispielsweise günstig an Tickets für Konzerte kommen können. Bei Unterhaltungselektronik wird es schwieriger, obwohl sich diese Produkte eigentlich gut online verkaufen lassen. Aber hier sind die Margen einfach so schon superdünn."
Exciting Commerce: Brands4Friends und BuyVIP haben es vorgemacht. Als ehemaliger Associate beim Wagniskapitalgeber Target Partners müssten Sie doch recht einfach an Risikokapital kommen?
Ditterich:"Wir stehen derzeit in Verhandlungen und werden diese bald abschließen. Fakt ist: Es gibt in Deutschland etwa vier bis fünf Millionen Familien mit Kindern zwischen null und zehn Jahren. Und wir wollen möglichst bald eine sechsstellige Mitgliederzahl vorweisen können.“
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