Ein paar spannende Details zur Woot!-Übernahme. Wie die New York Times berichtet, war Amazon bereits seit 2006 an Woot! beteiligt:
"Woot, which started in 2004 and has
2.75 million registered users, was one of the first sites to offer a
single item that is available for 24 hours or until it is sold out. In addition to consumer electronics, Woot
now sells wine, toys and T-shirts.
Amazon, which became Woot’s only
outside investor in 2006, said it expected the acquisition to close in
the third quarter. Terms of the deal were not disclosed. "
Techcrunch spekuliert, dass der Kaufpreis bei 110 Mio. Dollar gelegen haben soll:
"We’re hearing from a solid source that the price Amazon paid was $110
million — all in cash."
Die ersten Gerüchte, dass Amazon und Woot unter einer Decke stecken, kamen Anfang 2008 auf. Damals war die Rede davon, dass sich Amazon mit 4 Mio. Dollar an Woot! beteiligt haben soll.
Hier noch ein aktuelles Interview von heute mit Woot!-Gründer Matt Rutledge.
Bei den Live Shopping Days 2010 hat Darold Rydl, Director of eCommerce und einer der Woot! Macher der ersten Stunde, einige spannende Einblicke in das Unternehmen und die Verkaufsphilosophie gegeben:
Hier eine stichpunktartige Sammlung der Highlights aus seiner Keynote bei den Live Shopping Days in Berlin:
Die Woot!-Kanäle und die Auswahl der Nischen
Woot! wählt die Produktarten für seine Kanäle sehr gezielt aus: Wie sieht es mit dem Produktangebot aus? Wie sieht die Konkurrenzsituation in der Nische aus? Wie groß ist der Markt? Welche Strukturmerkmale hat er (jahreszeitgebunden ist zum Beispiel schlecht)?
Neben diesen Fragen muss geklärt werden, ob die Produktart möglichst abwechslungsreich sein kann, um jeden Tag einen Deal bieten zu können, der sich nicht anfühlt wie eine Wiederholung. Viele Hersteller, viele verschiedene Produkte braucht es, so Rydl. Der kids.woot-Kanal, gestartet im August 2009, erfülle diese Kriterien hervorragend.
Das Gleiche gilt für wine.woot. Der Weinmarkt sei, wichtig für den Erfolg, dem Elektronikmarkt nicht unähnlich: Schnelle, verhältnismäßig kurze Produktzyklen und meinungsstarke Konsumenten.
Bei shirt.woot sind die Designer der Shirts Teil der Community. Shirt.woot ist auch der einzige Kanal, der international vertrieben wird. Alle anderen Woot-Kanäle sind nur in den USA im Einsatz.
Transparenz, Transparenz, Transparenz
Woot! setzt auf radikale Transparenz und spreche Fehler oder Nachteile von angebotenen Waren immer direkt an. Etwas, das die Community mittlerweile laut Rydl von Woot! erwarte. Zur Transparenz zählen auch öffentlich einsehbare Statistiken.
Die Community von Woot! hat laut eigenen Aussagen mittlerweile 2,6 Millionen Mitglieder.
Der Woot!-Account auf
Twitter hat mittlerweile über 1,6 Millionen Follower. Laut Rydl ist
Woot! der größte Store-Account auf Twitter und der führende "Monetizer"
auf der Plattform.
Mobile Apps
Aus dem Publikum kam die Frage, ob man die Angebote den Kunden über verschiedene Wege wie etwa mobile Apps nahebringt. Woot! selbst bietet keine App an, die Community hat allerdings sechs Applikationen für das iPhone geschrieben.
Wenn man eine Community geschaffen hat, die groß genug ist und man kein Problem mit dem Aufgeben von Kontrolle hat, muss man sich um solche Dinge also nicht mehr unbedingt selbst kümmern.
iPhone-Traffic auf der Woot!-Website würde mittlerweile ungefähr 12 Prozent einnehmen.
Internationale Expansion?
Woot! hat kein Interesse an internationaler Expansion. Die Einstiegsbarrieren, etwa bei der Logistik, sind laut Rydl zu hoch. Stattdessen wolle man sich auf den US-Markt konzentrieren, und versuchen, weitere von den potentiellen 300 Millionen Kunden von Woot! überzeugen.
Weitere Details
Die für die Deals notwendige Masse an Gütern vorzuhalten, ist das größte Problem von Woot!.
Die Planung von Deals kann manchmal nur mit einem Vorlauf von ein, zwei Tagen stattfinden. Im Bestfall beträgt sie sieben bis zehn Tage.
Die Retourenquote beträgt weniger als ein Prozent. Woot! sagt seinen Kunden allerdings auch im Vorfeld "you can't return to us".
Woot! hat insgesamt 160 Mitarbeiter (inklusive Lagermitarbeiter etc.). Für das Produktsourcing sind 12 Mitarbeiter zuständig.
Montag ist immer der umsatzstärkste Tag.
Die Einführung von "Two for Tuesday", der dienstäglichen Kopplung zweier Waren zu einem Deal, war ein Unfall. Jetzt aber erwartet die Community dieses Angebot, deshalb behalte man es bei. Dienstag ist normalerweise der Tag mit den geringsten Einnahmen.
Woot! ("One Day, One Deal") ist am 14. Juli 2004 online gegangen und betreibt inzwischen 6 Live Shopping Seiten zu unterschiedlichsten Themen - von Wine.Woot! bis zu Kids.Woot!. Inzwischen gibt es alleine in den USA an die 150 Nachahmer.
Hier nochmals die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen 6 Jahre:
"Holy crap! Woot has signed an agreement with Amazon - yes, the
Amazon - to become an independent subsidiary of the ecommerce colossus.
Woot HQ will remain in Carrollton, Texas, and will operate as
autonomously as other Amazon companies like Zappos and Audible. More
details forthcoming after we pick our eyeballs up off of the floor.
Anybody see where Lefty rolled off to?"
Gerüchte, dass Amazon an Woot! interessiert ist, gibt es seit Jahren. Damit dürfte klar sein, dass Amazon auch Vente-Privée kaufen würde, wenn es die Chance dazu bekäme.
Passend dazu auch das aktuelle Fortune-Interview mit Jeff Bezos, in dem ziemlich klar wird, warum Amazon so gerne ungewöhnliche Unternehmen übernimmt:
"I just happen to think the exploration and inventing strategy is more
fun. It's got its own strategies, but it's way more fun."
Oder wer es etwas pathetischer mag. Hier die sehenswerte Rede, die Jeff Bezos kürzlich für die Absolventen der Princeton Universität gehalten hat: "In the end, we are our choices. Build yourself a great story."
Die heutige QVC-Schwester Backcountry zählt schon seit langem zu unseren E-Commerce-Favoriten, weil der Outdoor-Versender, der 1996 mit 2.000 Dollar Kapital gestartet ist, sehr strategisch agiert und der Zeit dadurch immer weit voraus ist.
Ende 2007 hat John Bresee, einer der beiden Gründer, Studenten beschrieben, wie aus einem rein suchmaschinengetriebenen Online-Shop ein aktions- und communityorientierter Online-Anbieter wurde, der bewusst auf Netzwerkeffekte setzt. Ein Lehrstück!
Die Netzwerkstrategie war schon auf den Live Shopping Days 2008 und 2009 ein großes Thema:
Aber auch im Community-Bereich hat Backcountry weiter ordentlich Gas gegeben.
Wie meinte neulich ein deutscher Outdoorsportler zu uns: "Backcountry ist inzwischen meine Referenzseite, wenn es um Produkteinschätzungen in diesem Bereich geht."
Guut ist wie Woot!, iBOOD, Preisbock, Fashionaire, Berellion, DayDeal.ch und viele andere Aktionsseiten auch auf den Live Shopping Days 2010 vertreten.
Im Startup-Wettbewerb der LeWeb Konferenz hat Sokoz letzte Woche seinen Live Shopping Ansatz vorgestellt ("Sokoz turns real-time auctions into web entertainment"):
"Sokoz is a quick-fire real-time,
reverse auction platform in beta that makes bidding for online goods
dangerously fun for the shopping-addicted."
Sokoz verfolgt eine Plattformstrategie, d.h. die Seite lässt sich nutzen, um Live Events zu kreieren. Es gibt ein Programmgrid, wie man es aus dem TV-Bereich kennt. Die Auktionen lassen sich abonnieren und dauern jeweils nur wenige Minuten.
Sokoz ist im September gestartet, und das erste verkaufte Produkt war den Gründern zufolge eine Ukulele. Sokoz scheint sich gerade für ausgefallenere Produktkategorien zu eignen (s. auch die aktuellen Verkaufsaktionen). Es gibt aber auch Last Minute Events für Reisen und eine Fülle weiterer Produktbereiche.
Was Sokoz allerdings noch fehlt, ist eine attraktive Einstiegsseite, die zeigt, was los ist und zum Mitmachen animiert. Aktuell ist dort wenig Action geboten - und man fragt sich, ob die Seite überhaupt schon live ist.
Im Gegensatz zu den vielen Junggründern im Live Shopping Bereich machte das Sokoz-Team einen erfreulich seniorigen Eindruck.
Die Sokoz-Gründer sind im Januar auch auf den Live Shopping Days in Berlin.
Live Shopping ist tot? Groupon, das schon seit einiger Zeit mit lokalen Live Shopping Aktionen für Furore sorgt, hat sich nur ein gutes Jahr nach dem Start weitere 30 Mio. Dollar von Accel Partners gesichert:
"The site shows nearly one million Groupons sold, claiming to have saved
users over $42 million. The company, which takes a cut of the deals it
sells, is profitable and predicts revenue of $100 million over the next
12 months."
Sehr erfreulich zu sehen, dass eine Idee, die wir auf allen bisherigen Live Shopping Days als "Live Shopping für Fortgeschrittene" promotet haben, nun auch bei Investoren solchen Anklang findet.
Groupon nutzt perfekt alle im Live Shopping zur Verfügung stehenden Hebel: generiert hohe Stückzahlen in kürzester Zeit und sorgt mit pfiffigen Aktions- und Empfehlungselementen für den nötigen Buzz bei den Nutzern (s. Buchtipp: Viral Loop).
Eine Reihe guter Berichte über Groupon finden sich bei Google News. Groupon ist neben Lockerz (s. Das Shoppingspektakel für die nächste Generation) ein weiteres Angebot, das zeigt, wie spannender E-Commerce künftig aussehen muss, um die Nutzer dauerhaft in den Bann zu ziehen.
Aber genau so sollte es künftig sein, wenn jemand mit einem wirklich spannenden neuen Verkaufsansatz an den Start geht, der Live- und Entertainment-Elemente geschickt vereint:
"Lockerz is the place to go to buy the coolest stuff at the lowest
prices, watch exclusive video, discover new music, play the hottest
games, hang out with your friends - and get rewarded for just about
EVERYTHING you do on the site.
Our mission is to be your daily habit, not a site for your parents
or grandparents looking for their long-lost friends from Kindergarten."
"Lockerz aims to be the destination for generation Z where commerce, content, and community converge."
Liberty Chef Greg Maffei hat bei der Präsentation der letzten Quartalsergebnisse noch wenig Worte über Lockerz verloren, nur soviel, dass er weiter auf Shoppingkonzepte setzen will, die am besten schon eine eigene Fangemeinde mitbringen:
"On acquisition opportunities, we have been pretty much constantly
looking for eCommerce opportunities. The last four years, we found four
decent sized acquisitions and the couple or three tuck-ins that have
worked well into those.
Because that has been difficult and if you look
at the universe of eCommerce companies, pure eCommerce company,
certainly that’s not a huge universe between $50 million and say $5
billion a market cap and particularly ones that we would find
attractively strong management teams, define niches, (inaudible)
advantages in their business model and protections around Warren
Buffett mode type things.
Those are not, at time it does and in particularly when you want a
reasonable price. There has been a whole change obviously in the
blending kind of a content commerce and community that have only made
some of that harder because a lot of those have had very large
multiples and have more speculative business models.
That having been said, we continue to look and we remain bullish on
some opportunities and we’ve also taken a couple of tracks like Right
Start when we purchase something out of bankruptcy or LOCKERZ where we
funded an entrepreneur a little more venture capital type opportunity
to try and create a wholesale version of something like that rather
than buying at retail."
Lockerz ist ein Shoppingspektakel für die nächste Generation und vereint vieles an Live-, Shopping- und Community-Elementen, worüber wir bei Exciting Commerce in den vergangenen Monaten berichtet haben, incl. einer eigenen Hauswährung:
One other thing you'll love about Lockerz are PTZ (or "Pointz"). PTZ
are Lockerz' proprietary loyalty "currency" that you earn whenever you
buy, watch, play, share, invite friends, or even just show up on
Lockerz. Redeem PTZ at the PTZ Place for incredible prizes, great
products and dream experiences."
Momentan kämpft Lockerz vor allem mit den Systemen und den Prozessen, um dem kontinuierlichen Ansturm gerecht zu werden. Und mit den zahlreichen Trittbrettfahrern, die fleißig Zugangsdaten einsammeln.
Am besten hält man sich bei Twitter auf dem Laufenden. Dort ist auch die Geschäftsführerin Kathy Savitt zu finden, die vorher u.a. für Amazon und American Eagle Outfitters tätig war
Der Liveshopping-Pionier Woot bietet damit der Community die Möglichkeit, selbst gefundene Deals auf die Site zu setzen und Deals zu bewerten, zu diskutieren und weiterzuverbreiten. Das Design ähnelt dem altbekannten Schema von Social-News-Angeboten.
Woot finanziert Deals.Woot mit gesponsorten Deals, die in der Sidebar angezeigt werden.
Wie Epicenter anmerkt, ist Woot nicht der erste, der so etwas versucht, erhält aber bereits jetzt kurz nach dem Launch mehr Votes auf eingestellte Deals als vorherige Versuche. Woot hat den Vorteil, bereits auf eine bestehende Community von seiner Mainsite zurückgreifen zu können.
Ob die webweite Jagd nach Schnäppchen und zeitlich begrenzten Angeboten ausreichend communitystiftend ist, um eine solche Site zum langfristigen Erfolg zu machen, wird sich zeigen müssen. Vor allem werden Händler versuchen, die Votings zu beeinflussen. Das deutet auf einen ständigen Kampf hin, wie man ihn eben auch von Social News kennt. Mit Woot sitzen aber zumindest die richtigen Macher am Hebel.
Im Idealfall wird Deals.Woot zum Durchlauferhitzer für Liveshopping-Angebote. Genau so wie Digg zum Durchlauferhitzer für US-Blogs und News wurde. Lokalisierte Unterversionen könnten dann auch außerhalb der USA ihre Wirkung entfalten.
Deals.Woot! ist nach Kids.Woot! schon der zweite Woot!-Neustart 2009. Deshalb freuen wir uns sehr auf den Woot!-Vortrag bei den Live Shopping Days 2010, in dem es dann ein paar mehr Einblicke aus erster Hand geben wird.
Es ist schon bemerkenswert, dass Schutzgeld.de (s. Die Schutzgeld-Story) auch ein Jahr nach seinem Aus immer noch zu den Vorzeigebeispielen und unerreichten Highlights im Live Shopping zählt. Niemand hat das Woot!-Prinzip so konsequent und mafiös adapiert wie das einstige Schutzgeld-Team.
Und das ist auch das eigentlich Ernüchternde an den vielen Live Shopping Experimenten der letzten drei Jahre: dass so unendlich viel Dröges und Uninspiriertes dabei ist, das schon aufgrund seiner Machart - ein langweiliges Angebot pro Tag - keinerlei Aussichten auf dauerhaften Erfolg hat.
"Wir haben ja nie gesagt, dass dieses Modell grundsätzlich nicht
funktioniert, ganz im Gegenteil haben wir ja bewiesen, dass man damit
eine Menge bewirken kann. Unser Punkt war lediglich, dass eine
Kapitalisierung im deutschen Markt mit nur einem Produkt am Tag nie
möglich sein wird.
Als Aktions- und Community-Mechanik halten
wir Liveshopping für ein hervorragendes Mittel, um z. B. die weit
verbreitete Langeweile im Onlinehandel zu bekämpfen und auch, um fein
segmentierte Shopping-Communites aufzubauen.
Bedauerlicherweise
haben aber die etablierten Händler dieses Modell entweder nicht
aufgegriffen oder es eben völlig langweilig und ohne jeglichen Esprit
umgesetzt. Wen soll denn etwa ein "zackzack", ein "yatego spot
shopping" oder ein "ebay wow" hinter dem Ofen hervor locken? Aber
vielleicht kommen die kreativen und ambitionierten Projekte ja erst
noch in der zweiten Phase des Liveshopping."
Das Interview enthält viel Erhellendes und ein paar gute Spitzen z.B. in Richtung "freundliche Investoren". Dass sich Live Shopping Seiten hierzulande allerdings niemals rentabel betreiben lassen, kann man so pauschal nicht stehen lassen.
Die profitable Umsetzung erfordert sicherlich einiges an Geschick und eine gewisse Mindestgröße. Aber zumindest iBOOD zeigt nicht nur extrem erfolgreich in Holland, sondern zunehmend auch hierzulande, dass One Day One Deal Aktionen sehr wohl funktionieren.
Eigenen Angaben zufolge arbeitet iBOOD schon seit einiger Zeit profitabel und, auch wenn die deutschen Umsätze noch nicht an die holländischen heranreichen, macht iBOOD auch hierzulande mittlerweile ein Vielfaches der Umsätze seiner direkten Wettbewerber. Leider sind die Umsätze derzeit aber nicht öffentlich kommunizierbar.
Auf der Shop.org Konferenz in Las Vegas hat Woot!-Gründer Matt Rutledge Deals.Woot! bereits kurz angekündigt. Und bei Auctionbytes gibts schon mal einen ersten Vorgeschmack auf den neuesten Streich von Woot!, der in den kommenden Tagen live gehen soll:
"Deals.Woot.com
aggregates deals from other websites, and also allows its community of
Wooters to submit deals and vote on the best ones.
While Woot.com is a
"daily deals" site, its new Deals.Woot.com website is an aggregator of
daily deals - and it is inviting eBay PowerSellers and other online
merchants to submit their deals to the site."
Woot! wird nun erfreulicherweise genau das tun, was konsequenterweise Dealjäger hätte tun sollen - und eine abwechslungsreiche und spannende Kombination aus Live Shopping und Crowdsourcing Elementen auf den Markt bringen - und zwar in bekannt-bewährter Woot!-Manier. Hier die Ankündigung in Bild und Ton:
Woot! öffnet sich und bindet Händler und Nutzer erstmals gleichermaßen aktiv ein. Sobald die Seite live ist, lohnt es sich, mal Deals.Woot mit Deals.Ebay zu vergleichen. Während Ebay noch voll und ganz dem Portalgedanken verhaftet ist, ist Woot! einer der wenigen E-Commerce-Player, der es versteht, mit dem Live Web zu spielen - und deshalb wohl nicht ganz zu Unrecht knapp 1,5 Mio. Follower bei Twitter hat.
Cinderella Wine ist ein Shopping-Club, der mit niedrigen Preisen für sehr guten Wein glänzen soll. Ich bin kein Weinexperte, aber das Beispiel, das TechCrunch anführt, sieht zumindest auf dem Monitor gut aus:
"But the prices he shared do look sick. For instance a Fontanafredda La Villa Barolo 2001, which goes for $109 a bottle at Wine.com, will be available at Cindy Wine for $44.44. That’s definitely going to sell out."
Ein Kommentator auf TechCrunch stellt eine interessante Frage: Es bleibt abzuwarten, ob die Weinmarken, die durch Kanäle wie Cinderella Wine zu niedrigen Preisen verkauft werden, langfristig davon begeistert sein werden (wenn sie denn überhaupt davon wissen). Langfristig könnte es dazu führen, dass die Weinhändler die entsprechenden Marken aus ihrem Sortiment nehmen, weil sie mit diesen Preisen nicht konkurrieren können.
Die zweite neue Site von Vaynerchuk ist Gourmet Library, ein Online-Gourmet-Shop mit integriertem Videomarketing der meisten der angebotenen Produkte.
Nur noch maximal bis Freitag können sich Interessierte stark ermäßigt zu den Live Shopping Days 2010 anmelden, die am 27./28. Januar in Berlin stattfinden. Dann endet die Frühbucherphase - und die ersten 100 Tickets sind weg.
Der LSD wird in jedem Fall wieder international: Bisher haben sich Teilnehmer und Referenten aus den USA, Deutschland, Frankreich, Holland, der Schweiz, Spanien und Russland angesagt.
Vertreten sind u.a. Brands4Friends, DayDeal.ch, Deutschland klickt, Fashionaire, Glamour Village, Hammerdeal, iBOOD, Julie & Grace, KupiVIP, Limal, Live Shopping Widgets, MyDealz, MyGall, Planet Sports (Clubsale), Produktbühne, QVC, Sparwelt, Stylefruits, Swoopo, Teqport u.v.a.m.
Wo liegen die Perspektiven im Live Shopping? Und wie lässt sich der Erlebnisfaktor im E-Commerce steigern? Neben Erfahrungsberichten und Markteinschätzungen wollen die Live Shopping Days wieder jede Menge neuer Ideen und Inspiration für neue Konzepte bieten.
Nur In dieser Woche noch also die Chance auf die wenigen verbliebenen Tickets für Frühentschlossene, bevor wir in die eigentliche Vermarktung einsteigen und in den kommenden Wochen einige weitere Programm-Highlights "enthüllen".
Mangels guter Bloggingmöglichkeiten gibt es aktuelle Eindrücke von der Shop.org Konferenz bei Twitter.
Am heutigen ersten Tag gabs beispielsweise nach den eher enttäuschenden Keynotes von Macy's und Forrester jede Menge spannender Aussagen und Ankündigungen von Woot! und Gilt Groupe. Außerdem eine hervorragende Keynote von drugstore.com, die ihr Geschäft als reiner Online-Händler wirklich zu verstehen scheinen.
"Woot is a proof of concept of how little you had to do to succeed with a good deal" - Woot-Gründer Matt Rutledge
AuctionBytes nimmt unseren ersten Ebay Wow! Report, der auch auf der US-Seite und bei Optaros veröffentlicht wurde, zum Anlass, um Ebays "Secondary Market" Strategie genauer unter die Lupe zu nehmen und auch auf andere Aktivitäten zu verweisen ("eBay and Others Eye Opportunity in Secondary Market"):
"In February, Best Buy revealed
it was entering the secondary market in electronics to go after vendor
overstock, consumer returns, refurbished, and used products that it
said were often sold through alternative channels like auction sites,
clearance centers and overstock stores."
Der Beitrag beschreibt die Herausforderungen, vor denen Händler und Hersteller stehen und wie die neuen Abverkaufskanäle Abhilfe schaffen:
"Among competitors in the deep-SKU promotional space are marketplaces like Overstock.com with its "RedLine Deals"; invitation-only sites that conduct flash sales, such as Gilt Groupe, Rue La La, and in Europe, Private Outlet; and of course, Woot.com and its imitators."
Neben vielen anderen Aspekten beleuchtet AuctionBytes auch das Dilemma, in das sich speziell Ebay begibt:
"The outlet store concept eBay is trialing in Germany may be seen as the third pillar in its marketplace strategy that had traditionally been composed of individual sellers and PowerSellers.
The question is whether this third pillar will help sales of the other two channels by helping to drive traffic to the site from bargain hunters, or whether the downward pricing pressure from heavily discounted branded merchandise will hurt professional sellers' margins.
Indeed, the shopping experiences eBay has been rolling out, such as Daily Deals, may change shoppers' behavior on the site, leading them to wait for better pricing before hitting the Buy It Now button."
Immer wieder faszinierend ist das breite Spektrum an neuen Absatzkanälen, das sich hier auftut - und man kann wirklich gespannt sein, welche Verkaufsansätze sich langfristig durchsetzen bzw. welche Geschäftsmodelle hier noch neu entstehen.
Wobei man sich lebhaft vorstellen kann, dass es nicht spurlos am E-Commerce vorüber geht, wenn Rudis Resterampe plötzlich "Prime Time geht" - und Rudis Resterampe eben nicht mehr aussieht wie Rudis Resterampe, sondern wie Vente-Privée, Limango oder Woot!
Was bedeuten diese Entwicklungen für den E-Commerce-Markt, was für die neuen, was für die alten Anbieter? - Das sind genau die Fragen, denen wir auch bei den nächsten Live Shopping Days im Januar nachgehen wollen.
Aus Guut wird schlimm: Seit dem Ausstieg der Gründer Anfang des Jahres nimmt Guut.de seinen allzu absehbaren Weg: Von der ursprünglichen Idee ist wenig geblieben. Zwei Jahre nach dem Start gibt sich Guut geschlagen und präsentiert sich seit gestern als Schnäppchenportal von Googles Gnaden:
Spannender ist aber eigentlich, wer jetzt die Lücke füllt, die Guut hinterlässt. Denn in seinen besten Tagen hat Guut gezeigt, was Live Shopping à la One Day, One Deal auch hierzulande sein könnte.
Dass exitgetriebene "Investoren" so ein Konzept nicht glücklich macht, ist verständlich. Entsprechend ist die Kehrtwende von Guut.de gut nachvollziehbar (s. Was war, was wird: Das verlorene E-Commerce Jahr)
Letzte Kommentare