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Kommentare

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Ich versteh nicht, was an diesen "Almosen" schlecht ist.
Der Blogger verdient mit Werbung pro Seitenaufruf nicht einmal einen Cent. Wenn ich ihm jetzt 5 Cent spenden würde, dann wäre das doch eine enorme Steigerung. Wenn das jetzt hundert Leute pro Monat und pro Artikel machen, liegt der Verdienst des Bloggers auf einem ganz anderen Niveau.

An den Almosen an sich ist nichts schlecht, besser als nix, wie man so schön sagt.

Aber wollen wir das Social Web wirklich auf Almosen aufbauen? Fällt uns da echt nichts Besseres ein?

Emoticons in MSN, ICQ, Skype und ähnlichem sind die Anfänge sozialer Währung. Obwohl wir konkret weg müssten, von dem Begriff Währung. Wir werden mit einem "Ich hab Dich lieb" eines anderen Menschen kein Brot kaufen gehen können. Aber mit dem "Ich find dich gut" könnte ein Gradmesser für soziale Projekte kommerzieller Unternehmen entstehen. Diese Unternehmen könnten den hohen sozialen Wert durch finanzielle Zuwendungen in Form eines Austauschs von "ich find dich gut" gegen "wir finden gut das ihr ihn gut findet" stützen.

Ich hoffe man konnte mir folgen. Nebenbei bin ich sehr an der Diskussion interessiert.

Flattr (oder andere) könnten im oben genannten Kontext dann funktionieren, wenn die "Währung" losgelöst vom bisher bekannten Währungsgefüge existieren würde, d.h. man könnte Flattr nicht in Euro/Dollar wechseln und umgekehrt.

Ein Blogautor bereichert durch seinen Blog die Gesellschaft - im Idealfall erweitert er/sie das Wissen der Maße. Leser könnten dies durch "flattrn" ausdrücken. Genauso bereichert auch jeder Kommentar die Diskussion. Auch hierfür gibt es also "Flattr"-Punkte.

Jemand, der also im Social Web sehr aktiv ist, bekommt viele Flattr-Punkte, weil er durch seine Aktivität die Gemeinschaft als Ganzes voranbringt.

Die spannende Frage ist natürlich: Was macht man mit den ganzen Flattr-Punkten?

So wie es Ingo sagt, stimmt es schon fast.

Flattr positioniert sich ganz anders. Peter Sunde hat als Zielgruppe viel jüngere Leute. Sie sind es nicht gewohnt Geld zu zahlen und wenn man dann für ein App 1-2€ zahlen soll, ist uns das immer noch zu teuer. Raubkopieren ist für meine Generation lange ein Kavaliersdelikt gewesen und für MP3s zu zahlen ist für die meisten immer noch alles andere als üblich.

Und so denken viele Millionen Jugendliche auf der ganzen Welt.

Was sehr gut dagegen funktioniert ist "Fame". Leute laden aus freien Stücken Filme im Netz hoch, sharen Dateien, spielen bei Videospielen um Statuspunkte, etc. pp. Alles nur um sich von anderen "Otto-Normal" Surfern abzuheben und sich "hochzuarbeiten". Und das ist letztendlich auch die Idee hinter Flattr. Fame verteilen und bekommen.

Und wenn dann bei dem System Seiten wie Peter Sunde's Piratebay (Top100 weltweit) mitmachen, startet man ja auch schonmal direkt mit ~100Mio € pro Monat.

ich könnte mir gut vorstellen, dass die "Fame-Punkte" irgendwann indirekt in Geld umgetauscht werden könnten.

Ein Blog mit viel (menschlich vergebenem) "Fame", wird - bei gleichem Traffic - mehr für Werbung verlangen können, ein Journalist mit viel Fame wird seine Artikel teurer verkaufen können und ein Berater mit viel Fame wird teurere Stundensätze verlangen können. Ein Shop mit viel Fame wird seine Ware nicht nur zum Dumpingpreis verkaufen müssen. Vielleicht wird sogar irgendwann eine Privatperson mit viel Fame sich bei der Jobvergabe eher durchsetzen können

Alles sehr viel besser als sich, wie bisher, hauptsächlich auf Klickzahlen als Messinstrument zu verlassen.

Vielleicht Webwährungen eher als humanes Gütesiegel, anstatt als direkte, umtauschbare Währung sehen.

Danke fürs Weiterdenken und die super konstruktiven Kommentare!

"Fame" finde ich eine hervorragende Denkrichtung.

@Fabian Dass Flattr diesen Gedanken im Hinterkopf hat, glaube ich schon. Nur so wie es aktuell aufgesetzt ist, steht es sich selbst im Weg.

Denn erst mit dem Ruhm kommt ja das Geld - und nicht umgekehrt.

Es braucht also Mechanismen, die erst Fame verteilen/anhäufen zu helfen, und dann bin ich bei Steffen, sollte es ein Leichtes sein, darauf basierende Monetarisierungsmodelle zu finden.

Im übrigen auch für Flattr bzw. jeden, der es schafft, einen Standard für eine derartige Währung zu setzen.

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